Über mich
Reisen
Fotogalerie
Links
Gästebuch
 
News
Kontakt
Disclaimer
 



Home / Reisen / Belgien / Brüssel, Gent & Brügge




Brüssel, Gent & Brügge

04.12. - 06.12.2010

 

In den Jahren vor Ninas Geburt bin ich in der Vorweihnachtszeit regelmäßig mit Freundinnen in eine Stadt innerhalb Europas geflogen, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen und natürlich ausgiebig die Sehenswürdigkeiten zu bewundern. Während der Schwangerschaft und kurz nach Ninas Geburt ging das leider nicht, aber jetzt, wo sie bereits eineinhalb Jahre alt ist, wollte ich mal wieder "ohne Anhang" los düsen. Relativ spontan habe ich im Oktober einen Aufruf per Mail gestartet und tatsächlich sehr schnell zwei Mitreisende gefunden - Andrea, mit der ich auch früher immer unterwegs war und Manuela, mit der ich vor zwei Jahren in England war. Flüge und Hotel waren schnell gebucht und auch einen Tagesausflug ab Brüssel hatten wir noch "angehängt". Zwischendurch hatte ich zwar etwas Zweifel über mein Tun und Nina schon unendlich vermisst, bevor es überhaupt los ging, aber letztendlich hatten wir drei schöne Tage in Belgien, in denen wir viel gesehen und wettertechnisch so ziemlich alles erlebt haben. Wer sich lediglich das Fotoalbum ansehen möchte, findet dieses hier.




Anreise nach Brüssel und Besichtigung des Atomiums

Andrea, die schon am Vortag aus Darmstadt angereist war und bei uns übernachtet hatte, und ich wurden von Christian und Nina zum Flughafen gefahren, wo wir um 9 Uhr mit Manuela verabredet waren. Wie es so ist, standen wir erstmal an unterschiedlichen Check-in-Bereichen, haben uns dann aber doch "gefunden". Eingecheckt haben wir diesmal zum ersten Mal ganz alleine, d.h. ohne Counterpersonal sondern selbständig am PC. Sogar die Koffer konnte man selbst auf's Laufband legen. Ging eigentlich recht unkompliziert und vor allem viel schneller als sonst. Unser Flug sollte eigentlich um 10:45 Uhr starten, aber da der "Luftraum voll" war, mussten wir fast eine Stunde im Flugzeug sitzen und auf den Start warten. Da die Maschine fast leer war und wir uns daher gemütlich ausbreiten konnten, war das nicht gar so schlimm - mal abgesehen von der verlorenen Zeit, die uns in Brüssel natürlich fehlen würde, aber was soll man machen.


Gegen 12:45 Uhr sind wir schließlich bei recht dichtem Schneetreiben in Brüssel gelandet und mussten eine ewig weite Strecke zum Baggage Claim zurücklegen. Ich weiß nicht, wie groß der Zaventem-Flughafen ist, aber mir kam er riesig vor - vielleicht haben wir aber auch einfach ein Gate im hintersten Eck bekommen! ;-)

Immerhin kamen unsere Koffer so ziemlich als erste auf dem Laufband an und wir machten uns auf dem Weg zum Bahnhof, den wir aufgrund der guten Beschilderung auch schnell fanden. Leider herrschte an den Ticketständen ziemlicher Andrang und an den Automaten konnte man weder bar noch mit Kreditkarte zahlen, so dass auch hier wieder wertvolle Zeit mit Warten vertrödelt werden musste. Kaum hatten wir dann aber unser Bahnticket in die City in der Hand (die einfache Fahrt kostete 5,10 Euro), konnten wir gleich in einen Zug steigen und erreichten um ca. 14 Uhr endlich die Brüsseler Innenstadt oder besser gesagt: den Gare Central, von dem wir nur wenige Minuten zu unserem Hotel in der Rue du Lombard zu laufen hatten.

  Ankunft in Brüssel-Zaventem

Das Hotel La Légende hat zwar "nur" drei Sterne vorzuweisen, machte aber schon von außen einen gepflegten und freundlichen Eindruck. Die Begrüßung an der Rezeption war sehr nett und auch unser 3-Bett-Zimmer völlig in Ordnung - sowohl von der Größe als auch von der Sauberkeit. Am besten ist aber definitiv die Lage des Hotels, denn von hier aus ist man in nur ca. zwei Minuten zu Fuß am Grand Place, was uns sehr wichtig war!

Im Hotel eingecheckt, haben wir uns hier aber nicht lange aufgehalten, sondern haben nur schnell unsere Koffer auf's Zimmer gebracht und sind dann gleich zur Metrostation "Bourse" gelaufen, wo wir uns jeweils eine Tageskarte für 4,50 Euro gekauft und zu unserem ersten Ziel in Brüssel gefahren sind, das wir alle unbedingt sehen wollten, nämlich das Atomium. Dieses 150-milliardenfach vergrößerte Atommodell, das für die Weltausstellung 1958 entworfen wurde, befindet sich relativ weit außerhalb. Wir mussten einmal mit der Metro umsteigen und waren bestimmt mindestens eine halbe Stunde unterwegs, aber kaum hatten wir die Station "Heysel" verlassen und das Atomium gesichtet, war das alles egal - denn der Anblick ist schon wirklich sehr spektakulär!


Atomium

 

Auch wenn ich mir das Atomium irgendwie (noch) größer vorgestellt hatte, war es schon ein sehr beeindruckender Anblick und Manuela und ich haben unsere Kameras sicher beinahe zum Glühen gebracht! ;-) Der Eintrittspreis von 11 Euro pro Person war zwar recht happig, aber wir wollten uns das Atomium alle drei natürlich auch von Innen ansehen.

Als erstes sind wir via (Roll-)Treppen durch die einzelnen Kugeln gefahren bzw. gelaufen, bis wir in dem zentral gelegenen Cafe angekommen sind, von dem es aber leider nicht mehr weiter ging. Komisch, wir hatten doch gelesen, dass man von ganz oben einen herrlichen Blick auf ganz Brüssel haben sollte? Aber leider war der Aufzug gesperrt und ziemlich enttäuscht sind wir schließlich wieder in den Eingangsbereich zurück gekehrt. Hier haben wir im letzten Moment noch ein kleines Schild mit der Aufschrift "zum Restaurant" entdeckt und gleich dahinter auch den Aufzug, der uns schließlich doch noch ganz nach oben brachte. Von hier aus hatten wir einen schönen Blick, aber aufgrund der Tatsache, dass es bereits am Dämmern war und noch dazu abwechselnd schneite und/oder regnete, konnten wir nicht all zu weit sehen geschweige denn aussagekräftige Fotos machen.


Aber da ich auch etwas mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hatte - die Kugel ganz oben hat sich nach meinem Empfinden extrem bewegt - wollte ich eh so schnell wie möglich wieder runter. Das war schon eine komische Sache, denn während Manuela das Schwanken überhaupt nicht gemerkt hat, Andrea immerhin "ein bisschen", wäre ich am liebsten den Gang breitbeinig lang gelaufen, um nicht umzufallen! ;-) Kaum unten angekommen, war alles wieder in Ordnung, echt ein komisches Gefühl und ich kam mir nach Manuelas besorgten Seitenblicken beinahe ein wenig "schrullig" vor! ;-)

Es wurde jetzt sehr schnell dunkel, was aber nicht schlimm war, denn so konnten wir das Atomium auch noch mit seiner nächtlichen Beleuchtung bewundern. Auch dieser Anblick war wirklich beeindruckend, ein Ausflug hierhin - außerhalb hin oder her - "muss" wirklich bei jedem Besuch von Brüssel eingeplant werden!


Die Rückfahrt in die Innenstadt verlief sehr viel angenehmer als die Hinfahrt, da wir fast nur von anderen Touristen umgeben waren, während sich auf der Hinfahrt drei Betrunkene (oder was immer die zu sich genommen hatten) dicht neben uns gesetzt hatten und wir uns alle sehr unwohl gefühlt hatten. Insgesamt ist uns aufgefallen, dass es in Brüssel viele Leute gibt, die einem auf den ersten Blick nicht wirklich vertrauenerweckend erscheinen, aber belästigt wurden wir kein einziges Mal und haben uns im Großen und Ganzen auch immer recht sicher gefühlt - was aber wohl auch daran lag, dass wir ausschließlich in den stark frequentierten Touristengebieten unterwegs waren, außerhalb davon soll es laut diversen Reiseführern und -berichten tatsächlich nicht ganz ungefährlich sein.

Das Tagesticket hätten wir uns übrigens sparen können, denn zwei Einzelfahrten hätten jeweils nur 1,70 Euro gekostet (d.h. wir hätten insgesamt 1,10 Euro im Vergleich zum Tagesticket gespart). Da wir aber eigentlich vorgehabt hatten, auf dem Rückweg vom Atomium in die Stadtmitte noch an der Basilique du Sacre Coeur anzuhalten, hatten wir zuvor das Tagesticket gelöst, das sich in dem Fall gelohnt hätte. Aufgrund der Tatsache, dass es mittlerweile aber stockdunkel war und ein Besuch der Basilika daher keinen Sinn mehr gemacht hat, sind wir gleich zurück in die Innenstadt bzw. zur Börse gefahren.

Da wir alle drei nur gefrühstückt hatten, meldeten sich langsam unsere knurrenden Mägen - kein Wunder, es war mittlerweile fast 18 Uhr - und wir sind in das erstbeste Restaurant marschiert, das uns gefallen hat. In diesem Fall war das das Davi Thai Restaurant in der Rue Jules von Praet. Normalerweise lege ich ja Wert auf Landesküche, aber in Anbetracht der Tatsache, dass das Nationalessen der Belgier entweder Muscheln oder fette Pommes sind, habe ich dieses Denken mal über Bord geworfen. Mein bestelltes Reis-Gemüse-Cashewnuss-Gericht war aber auch wirklich lecker und ich einfach nur froh, endlich was im Magen zu haben.


Gut gesättigt, haben wir uns bald wieder auf den Weg gemacht, übrigens immer wieder begleitet von wahren Schneeschauern. Brüssel ist in der Weihnachtszeit besonders berühmt für seinen Weihnachtsmarkt - Plaisirs d'Hiver - der auch wirklich der schönste ist, den ich bisher gesehen habe. Hier gibt es keinen Krusch und Schund wie auf vielen deutschen Weihnachtsmärkten sondern echt nette Mitbringsel, die alle in direktem Zusammenhang mit der Weihnachtszeit im speziellen oder der Winterzeit im allgemeinen stehen. Besonders begeistert waren wir von einem sehr originellen Karussell mit Figuren, die direkt den Romanen von Jules Verne entsprungen zu sein schienen. Vor allem Andrea hat's gefallen und als sie dann auch noch den Namen des Karussells gesehen hat - "Le manège d'Andréa" - war sie gänzlich aus dem Häuschen! ;-)

  Plaisirs d'Hiver

Wir sind dann noch ein wenig über den Weihnachtsmarkt auf dem Place Sainte-Catherine spaziert, haben den Schlittschuhläufern auf der eigens errichteten Eislaufbahn (zwischen Riesenrad und Winter Wonders Café) zugeschaut und einen Glühwein getrunken.

Schließlich ging der Schnee langsam in Regen über und es wurde immer ungemütlicher. Da wir alle etwas müde und k.o. waren, sind wir bereits gegen 21:30 Uhr zurück zum Hotel gegangen, wo wir es uns in unseren Betten bequem gemacht und noch ein wenig gelesen haben.




Tagesausflug nach Gent und Brügge

Für mich stand fest, dass ich - sollte ich einmal in Brüssel sein - auf jeden Fall einen Ausflug nach Brügge machen möchte, denn von dieser Stadt hatte ich schon viel positives gehört und gelesen. Zum Glück konnte ich auch Andrea und Manuela schnell "überreden", so dass wir bereits im Voraus bei Viator einen Tagesausflug nach Gent und Brügge für 42 Euro pro Person gebucht haben.

Gegen 9 Uhr sollten wir direkt im Hotel abgeholt werden und es klappte auch alles ganz wunderbar. Unser Reiseleiter, Daniel, erschien pünktlich und machte einen sehr netten Eindruck. Er begrüßte uns in perfektem deutsch, fragte aber, ob wir etwas dagegen hätten, wenn er während der Fahrt auf englisch erzählen würde, da wir die einzigen deutschen Gäste wären. Für uns war das kein Problem und so durften wir Daniel während des Tages immer wieder bewundern, wie er zwischen den einzelnen Sprachen der Gäste hin und her sprang und mal auf englisch, mal auf spanisch wissenswertes über Belgien sowie die Belgier und natürlich die Städte erzählte, die wir besuchten.

Als erstes steuerten wir Gent an. Von dieser Stadt hatte ich natürlich gehört, wusste aber nicht viel darüber und hatte auch kein "Bild" vor Augen. Umso positiver wurde ich überrascht - trotz teilweise starkem Regen (zum Glück hatte ich mir am Abend vorher einen kleinen Schirm gekauft) - hat mir Gent seeeeehr gut gefallen.


Gent

 

Gents historisches Zentrum stammt aus den großen Zeiten des Tuchhandels, dem 13. und 14. Jahrhundert. Die Schließung vieler Schifffahrtswege im Jahre 1648 führte zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Erst im 18. und 19. Jahrhundert konnte sie sich wieder als Industriezentrum behaupten und ist heute eine (Studenten-)Stadt mit ca. 235.000 Einwohnern. Laut Lonely Planet gilt Gent übrigens sogar als "das bestbehütete Geheimnis Europas"!

Nach einem kurzen Stadtrundgang mit Daniel, der uns von der Kathedrale am Sint-Baafsplein am Belfry Tower, dem Stadhuis (Rathaus), dem Groot Vleeshuis (mittelalterlicher überdachter Fleischmarkt, in dem heute regionale Feinkostspezialitäten angeboten werden), dem Galgenhuisje sowie der Burg Gravensteen vorbei bis ins Viertel Graslei am Fluss Leie (franz.: Lys) führte, hatten wir noch eine knappe Stunde zur freien Verfügung.


Während Andrea shoppen gegangen ist, wollte ich unbedingt nochmal nach Gravensteen, der Burg der ehemaligen Grafen von Flandern, und dann gemütlich entlang der hübschen Gassen zurück zur Kathedrale laufen, wo wir uns später mit den anderen Reiseteilnehmern treffen sollten. Während Andrea shoppen gegangen ist, hat Manuela mich begleitet und wir haben mal wieder viele Fotos gemacht. Nachdem wir schließlich auch die St. Bavo Kathedrale am Sint-Baafsplein besichtigt hatten, blieb noch ein bisschen Zeit, und wir sind zum fast nebenan liegenden Schloss von Gerard dem Teufel (oder: Geeraard de Duivelsteen ) gelaufen. Dieser hat sich seinen Namen damit "verdient", indem er fünf seiner Ehefrauen ermordet hat.

Gegen 12 Uhr fuhren wir weiter nach Brügge, wo wir eine knappe halbe Stunde später angekommen sind. Brügge gilt zu Recht als eines der beliebtesten Reiseziele in Belgien. Die intakte historische Innenstadt ist einzigartig: Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, kleine Kanäle und viele mittelalterliche Gebäude prägen das Stadtbild. Sie alle künden von Brügges einstigem Reichtum: Über 200 Jahre lang war die Stadt das Zentrum des internationalen Tuchhandels, der seit dem 13. Jahrhundert florierte. Die Händler bauten schöne Wohnsitze, finanzierten Kirchen und öffentliche Gebäude, die so ungewöhnlich waren, dass sie als Bauwunder Nordeuropas galten. Heute ist das Straßenbild auffallend gepflegt: Es gibt keine Reklametafeln oder Hochhäuser und der Autoverkehr wurde drastisch eingeschränkt.


Nach unserer Ankunft am Busbahnhof in der Nähe des Sees "Minnewater" (= Lake of Love), haben wir uns vom Rest der Gruppe getrennt, da diese mit dem Reiseleiter essen gehen wollte. Wir dagegen wollten die Zeit in Brügge bestmöglich nutzen und sind zum Mittagessen nur kurz in einer Frittenbude in der Mariastraat eingekehrt, bevor wir uns auf einen Rundgang durch die Stadt begeben haben (ich finde übrigens, dass die Fritten hier genauso schmecken wie die Pommes zu Hause, nur dass sie hier ein bisschen größer - und vielleicht noch fetter - sind).

Obwohl wir eigentlich ausreichend Zeit zur Verfügung hatten - rund vier Stunden - und nur eine kurze Pause gemacht haben, haben wir es gerade so geschafft, das "wichtigste" zu sehen. Unser Rundgang, den wir aufgrund eines vor Ort gekauften Reiseführers gewählt haben, führte uns entlang folgender Sehenswürdigkeiten:

Memlingmuseum, Liebfrauenkirche, Gruuthuse Museum, Nepomukbrücke, Belfried und Markthallen, Marktplatz, Rathaus, Heilig-Blut-Basilika, Alte Kanzlei, Jan-van-Eyck-Plein und St. Salvatorskathedrale.

  Brügge

Ich glaube, in Brügge kann man wirklich gut und gerne zwei oder drei Tage verbringen, ohne das einem langweilig wird. Im Sommer macht eine Bootsfahrt durch die Kanäle bestimmt besonders viel Spaß, aber auch das ein oder andere Museum hätte mich sehr gereizt (vor allem das Gruuthuse Museum oder auch das Memlingmuseum im ehemaligen Hospital).

Um 16:45 Uhr war Treffpunkt mit dem Rest der Gruppe am Busbahnhof. Wir waren etwa 20 Minuten früher da und ziemlich verfroren, so dass wir gleich in "unseren" Bus gestiegen sind. Beim Durchlaufen haben wir uns über das anders aussehende Polster gewundert und spätestens als wir an "unseren" Plätzen angekommen sind, war uns klar, dass wir den falschen Bus erwischt hatten. Wobei ich sogar noch kurz überlegt habe, ob der Fahrer evtl. den Bus getauscht hat - eine etwas hirnrissige Idee, ich weiß - und ihn sogar noch gefragt habe, ob er nicht derjenige sei, der mit dem Guide Daniel unterwegs sei. Daraufhin meinte er nur komplett gleichgültig "no Daniel" und hat uns die Türen wieder aufgemacht. Peinlich.

Kurz danach kam dann aber der "richtige" Bus. Hm, er sah aber auch wirklich genauso aus wie der vorige, (fast) gleiche Farbe und Aufschrift! ;-) Wie auch immer, hier konnten wir uns endlich aufwärmen und nachdem auch der Rest der Gruppe nach und nach eingetrudelt ist, sind wir um kurz nach 17 Uhr wieder zurück nach Brüssel gefahren. Die Fahrt dauerte ca. eineinhalb Stunden, es war dunkel und so dauerte es nicht lange, bis ich eingedöst bin ...

In Brüssel angekommen, hatte ich eigentlich keine Lust mehr, noch rumzulaufen - es war sooooo kalt - aber wir konnten ja nicht bereits um 19 Uhr zurück ins Hotel gehen, außerdem wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Als erstes haben wir uns aber unser Abendessen besorgt: Waffeln - hmm, lecker! Nachdem wir gefuttert hatten, haben Andrea und ich auf dem Weihnachtsmarkt jeweils eine große Tüte mit bunten Duftseifen gekauft und danach sind wir alle drei bei Leonidas Pralinen Shop in der Rue au Beurre "eingefallen", wo wir alle einen größeren Betrag für Schokolade ausgegeben haben (ich allerdings nur für meine Familie zu Hause, denn Schokolade reizt mich wirklich gar nicht; zum Glück, denn hier in Belgien wäre ich sonst wohl echt schwach - und um ein paar Pfund schwerer - geworden).




Sightseeing in Brüssel und Heimreise


Manneken Pis

 

Und wieder klingelte uns der Wecker schon früh um 7 Uhr aus den Federn. Tja, eine Städtereise ist eben kein "Urlaub" im eigentlichen Sinne! ;-) Gleich nach dem Frühstück haben wir ausgecheckt und unsere Koffer im Gepäckraum des Hotels abgestellt. Und los ging's, nur noch ein halber Tag stand uns für einige Sehenswürdigkeiten Brüssels zur Verfügung, die wir noch "abklappern" wollten.

Als erstes haben wir dem berühmten Manneken Pis einen Besuch abgestattet. Der pinkelnde Knabe ist nur 60 cm groß, aber mittlerweile weltberühmt. Die Bronzestatue wurde im Jahr 1619 geschaffen, und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach entführt. Manneken Pis wird gelegentlich eingekleidet und besitzt hunderte Kleider, die im angrenzenden Museum besichtigt werden können.) Verkleidet war der kleine Mann - passend zum heutigen Nikolaustag - als Saint Nicolas! ;-)

Weiter ging's zum Palais de Justice, dem Gerichtsgebäude der Stadt. Im Reiseführer hatte ich gelesen, dass man werktags zur Kuppel hochsteigen kann und von dort einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat. Ohne Probleme konnten wir das riesige Gebäude (das Wort Palais = Palast ist hier wirklich nicht zu hoch gestochen) betreten, was mich schon ein wenig gewundert hat. Scheinbar kann man hier ein und ausgehen wie man möchte!? Nachdem wir das Innere des Justizpalasts ausgiebig bewundert und fotografiert hatten, suchten wir einen Weg nach oben, den wir aber nicht fanden. Auf unsere Nachfrage hin teilte man uns mit, dass ein Aufstieg zur Plattform leider nicht möglich sei.


Als nächstes wollten wir zum Palais Royal, dem Königspalast aus dem 19. Jh. Entlang der Rue de la Regence sind wir in die entsprechende Richtung spaziert und haben unterwegs noch einen schönen kleinen Park - Le Petit Sablon - entdeckt.


Von hier aus sind wir weiter gelaufen, bis wir vor dem Hintereingang des Schlosses standen. Die Tür in der Außenmauer stand auf, wir spazierten einfach durch - und wurden gleich wieder rausgeworfen, denn das Wachhäuschen mit den beiden Soldaten darin hatten wir zuvor übersehen! ;-) Also einmal um's Schloss herum gelaufen und ganz brav von vorne ein paar Bilder geschossen.

Durch den gegenüberliegenden Parc de Bruxelles, der im Sommer sicher sehr schön ist, sich jetzt im Winter aber in eine wahre Rutschbahn verwandelt hatte (auf den Gehwegen lag teilweise eine dicke Eisschicht, gestreut wurde hier offensichtlich nicht) sind wir schließlich noch zur Cathédrale Saint-Michel-et-Gudule gelaufen, die wir uns auch von Innen angesehen haben (hier waren momentan Krippen aus aller Welt ausgestellt; witzig fand ich die Krippe aus Korea mit einem Jesuskind mit Schlitzaugen ;-)

  Palais Royal

Übrigens sind beinahe alle Kirchen in Brüssel, die wir unterwegs gesehen haben - und das waren einige - wahre Prunkbauten, die der Kathedrale eigentlich in nichts nachstehen. Wie schon in Gent und Brügge merkt man auch in Brüssel an fast jeder Ecke, dass Belgien - oder besser gesagt: das frühere Brabant bzw. Flandern - einst sehr reich war/en.


Grand Place

 

Zum Abschluss unserer Sightseeingtour sind wir nach Stippvisiten in den Galeries Royales (früher musste man sogar Eintritt bezahlen, um durch diese Luxusgalerien, die zu den schönsten historischen glasüberdachten Galerien der Welt zählen, flanieren zu dürfen) und der Brüsseler "Fressgasse", der Rue des Bouchers, schließlich wieder am Grand Place angekommen, wo wir nun zum ersten Mal die Gelegenheit hatten, uns ausgiebig umzusehen.

Danach hatten wir immer noch etwas über eine Stunde zur Verfügung, die Andrea gemütlich bei McDonald's sowie mit Shopping verbracht hat, während Manuela und ich nochmal zum Weihnachtsmarkt am Place Sainte-Catherine gelaufen sind. Bei Tageslicht und ohne Schneetreiben - heute war es ausnahmsweise mal trocken und sogar die Sonne ließ sich ab und an blicken - sah das ganze Szenario schon wieder ganz anders aus. Da die meisten Buden noch geschlossen waren, haben wir uns nur schnell was zu Futtern geholt und sind dann zurück zum Hotel gelaufen, wo wir uns mit Andrea treffen wollten.


Die Heimreise verlief ereignislos und super pünktlich kamen wir um knapp 16:30 Uhr am Münchener Flughafen an, wo wir bereits von unseren Lieben erwartet wurden! :-)




FAZIT

Ehrlich gesagt hatte ich mir von Brüssel nicht viel versprochen, da ich zuvor eher negatives über die Stadt gehört bzw. gelesen hatte. Daher hatten wir für Brüssel auch nur zwei halbe Tage eingeplant (nach dem Motto "da gibt's eh nicht viel zu sehen"), viel wichtiger war mir der Ausflug nach Brügge. Umso überraschter war ich schon bei unserem ersten Spaziergang durch Brüssel, als wir vom Hotel zur Metro gelaufen sind, um zum Atomium zu fahren. Zwar wird immer erwähnt, dass der Grande Place ganz besonders schön sein soll, aber tatsächlich besteht fast die gesamte Brüsseler Innenstadt aus ähnlich schönen Häusern. Kurz gesagt: Mir hat Brüssel seeeehr gut gefallen und wir waren uns alle drei einig, dass wir hier im Sommer nochmal herkommen müssen!!!

 

Hier geht's weiter:



 © 2010 by Heike Eckardt