Über mich
Reisen
Fotogalerie
Links
Gästebuch
 
News
Kontakt
Disclaimer
 



Home / Reisen / Griechenland / Kreta / Kreta 2010



K R E T A

22.09. - 03.10.2010

 

Da Christian am 1.10. seinen ersten Arbeitstag als Angestellter bei BMW haben sollte, wollten wir vorher unbedingt noch einmal in Urlaub, denn wer weiß, wann sich wieder die Gelegenheit dazu bieten würde. In den nächsten sechs Monaten aufgrund der Probezeit jedenfalls nicht und bis nächsten Sommer wollte ich auf keinen Fall auf den nächsten Urlaub warten müssen. Also haben wir sehr kurzfristig - nur vier Tage vor Abflug - elf Tage Kreta gebucht.

Als Hotel hatte ich das Aldemar Knossos Royal Village gewählt, weil diese 5-Sterne-Anlage in Anissaras bei Chersonissos mir schon zu Reisebürozeiten optisch sehr gut gefallen hat. Leider hätte ich auf die nicht gar so positiven Bewertungen von Bekannten, die schon einmal dort gewesen waren, sowie denen im Internet hören sollen, denn wir waren ziemlich enttäuscht von unserer Hotelwahl - vor allem das Essen, der Service und der Strand haben uns überhaupt nicht gefallen. Aber hinterher ist man ja leider immer schlauer! :-(

Wer genaueres zu unserem Hotel wissen möchte, kann sich (demnächst online) meine Bewertung bei Holidaycheck ansehen. Das Ganze ist natürlich meine eigene, persönliche Meinung. Gerade was das Essen angeht, sind Geschmäcker bekanntlich verschieden, trotzdem verstehe ich beim besten Willen nicht, wie andere Gäste von "hoher Abwechslung" etc. sprechen können. Ich jedenfalls habe elf Tage lang nur griechischen Salat und Fisch zum Abendessen gegessen, weil ich alles andere nicht wirklich verlockend fand.

Nichts destotrotz hatten wir insgesamt einen recht schönen Urlaub, wenn wir auch diesmal nicht ganz so begeistert waren wie nach den zehn Tagen auf Mallorca im Mai. Aber es kann nicht immer alles perfekt sein und der nächste Urlaub kommt bestimmt! :-)




1. Tag: Anreise von München nach Heraklion

Da unser Flug nach Kreta erst für 15:50 Uhr geplant war, hatten wir den ganzen Vormittag für alles, was in den Tagen zuvor liegen geblieben war. So waren die Koffer noch immer nicht fertig gepackt und ich sehr froh, noch ein paar Stunden zur Vefügung zu haben. Gut war auch, dass Nina so noch Gelegenheit zu einem Mittagsschläfchen hatte und nicht unausgeruht an den Flughafen gekarrt werden musste, um dann im Flugzeug vor Müdigkeit zu "randalieren".

Gegen 12:30 Uhr haben wir uns auf den Weg nach Hallbergmoos gemacht, wo wir zum ersten Mal die Leistungen eines Parkservices nutzen wollten. Bisher hatten wir unser Auto immer auf dem Urlauberparkplatz abgestellt und mussten dann mit dem Bus zum Terminal fahren, was mit Kleinkind, zwei schweren Koffern, drei Rucksäcken und einem recht unhandlichen Buggy nicht einfach zu bewerkstellen ist. Beim Parkservice dagegen konnten wir unser Auto auf dem dortigen Parkplatz abstellen und sind dann gleich in den Minibus gestiegen, der uns bequem bis direkt vor's Terminal gefahren hat, wo er uns in elf Tagen auch wieder abholen sollte. Perfekt. Und das alles sogar deutlich günstiger, als wir für den Urlauberparkplatz oder gar ein Parkhaus hätten zahlen müssen!


Noch schnell die Reiseunterlagen am Schalter von FTI abgeholt (da wir sehr kurzfristig gebucht hatten, wurden uns die Unterlagen nicht nach Hause geschickt), ging es zum Einchecken gleich weiter zu den Schaltern von Condor. Auch hier mussten wir nicht lange warten und hatten endlich die Koffer los. Beim Anstehen an den Security-Schaltern hat Nina dann leider "ein bisschen" Theater gemacht, weil sie unbedingt spazieren gehen wollte - natürlich hinter die Sicherheitsbereiche - und ein riesen Geschrei veranstaltet hat, als wir sie davon abhalten wollten. Aber auch das ging vorbei, die meisten Leute sind ja glücklicherweise recht verständnisvoll, aber peinlich war's trotzdem. Im Wartebereich vor unserem Gate konnte Nina dann rennen und die Welt war für sie wieder in Ordnung! ;-)

Die Zeit bis zum Abflug verging wie immer recht schnell und gegen 14:45 Uhr konnten wir pünktlich das Flugzeug - mit Snoopy-Motiv! - betreten.

  Kurz vor'm Abflug nach Heraklion

Diesmal hatten wir leider keine Plätze in der ersten Reihe, was unsere Bewegungsfreiheit doch ziemlich eingeschränkt hat. Vor allem für mich mit Nina auf dem Schoß war es sehr eng, so dass ich mich mit Christian beim Essen abwechseln musste. Die Flugbereiter waren so nett, uns das Essen nacheinander zu bringen, so dass einer von uns in Ruhe essen konnte, während der andere das Kind beschäftigt hat. Zum Glück war Nina die meiste Zeit recht ruhig und hat sich schön mit ihrem Spielzeugrucksack beschäftigen lassen. Eine halbe Stunde vor der Landung ist sie dann sogar eingeschlafen. Insgesamt hat der Flug nur 2 Stunden und 20 Minuten gedauert, was mich etwas verwundert hat. Ich war immer der festen Überzeugung, dass man nach Kreta mindestens dreieinhalb Stunden fliegt und dachte erst, dass der Pilot sich versprochen hat, als er die knapp zweieinhalb Stunden angekündigt hat. Aber um so besser. Der Buggy wurde uns gleich nach der Landung am Flugzeug übergeben und auch auf unsere Koffer mussten wir nicht lange warten, obwohl gerade mehrere Maschinen gelandet waren.

Als nächstes ging es zum Busparkplatz, denn wir hatten diesmal nicht für den gesamten Urlaub einen Mietwagen gebucht und mussten / wollten daher mit dem Zubringer unseres Reiseveranstalters fahren. Diese Entscheidung haben wir auch nicht bereut, denn es war bereits dunkel und wir hätten keine Lust gehabt, den Weg zum Hotel im Finsteren zu suchen. Vor allem, weil es auch keine Beschilderung gab; ich glaube, das Hotel hätten wir niemals gefunden. In einer knappen halben Stunde waren wir bereits da - gut so, denn Nina fing gerade an sich zu langweilen und wollte unbedingt im Bus "spazieren gehen" (es war ihr erste Busfahrt überhaupt) - und waren gespannt auf das Hotel und unser Zimmer.

Gebucht hatten wir einen Bungalow im sog. Luxushotel (später mehr dazu) Aldemar Knossos Royal Village in Anissaras bei Chersonissos. Beim Check-in wurde uns gesagt, dass das Hotel komplett ausgebucht wäre; die einzige freie Möglichkeit der Unterbringung war eine Familiensuite, die wir dann - ohne Mehrkosten - auch bekamen. Was für ein Glück, denn so hatten wir statt nur einem Zimmer gleich zwei (Schlaf- und Wohnzimmer mit zwei Sofabetten) sowie ein großes Bad plus Extra-WC. Dazu eine riesige Terrasse und von der Lage her ideal zwischen Strand und Restaurant. Perfekt!


A-la-Carte-Restaurant "Fontana Amorosa"

 

Da wir das Abendessen im Hauptrestaurant verpasst hatten, durften wir ausnahmsweise und ohne Aufpreis im A-la-carte-Restaurant "Fontana Amorosa" essen, einem sehr schicken Spezialitätenrestaurant, elegant eingereichtet mit weißen Tischdecken und Stuhlhussen, das aber gar nicht so leicht zu finden war (zumindest wenn man gerade erst angekommen ist und die sehr weitläufige Hotelanlage noch nicht kannte).

Unser Abendessen, das als 3-Gang-Menü serviert wurde, war recht lecker und die Hauptkellnerin war so nett, uns Nina für ein paar Minuten abzunehmen, die schon wieder Rumlaufen wollte.

Die Atmosphäre in dem Restaurant war sehr angenehm - auf Stelzen über einem bunt angestrahlten Wasserbecken gelegen, mit schöner (Live-)Musik im Hintergrund. Und, wie gesagt, sehr netten, serviceorientierten Kellnern an!


Nach dem Essen wollten wir noch einen Blick auf den Strand werfen, der unser aber leider ziemlich enttäuscht hat. Mal abgesehen davon, dass das Meer total wild und die Wellen sehr hoch waren (wofür natürlich niemand etwas kann), bestand der "Strand" aus einer Terrasse, die sich etwa 1.50 Meter über dem Wasser befand - also absolut kinderuntauglich! Ein paar Meter weiter kam dann zum Glück noch ein anderer Abschnitt mit ebenerdigem Zugang zum Meer. Alles andere wollten wir uns dann in Ruhe am nächsten Tag - und bei Tageslicht - anschauen.




2. Tag: Aufenthalt im Hotel

Die Nacht verlief ruhig und ausgeruht haben wir uns an unserem ersten Morgen auf Kreta auf den Weg zum Frühstück gemacht. Das Buffet war sehr gut, es gab wirklich alles - Pfannkuchen, Toast, Brötchen, Wurst & Käse, Marmelade, Müsli, Spiegeleier, Würstchen, Speck etc. Wirklich für jeden Geschmack etwas, sehr gut! Etwas verwundert hat uns allerdings die Einrichtung, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich beim Knossos Royal Village um ein 5-Sterne-Hotel handelt. Erstens war es nicht wirklich sauber (vor allem der Boden hat teilweise regelrecht geklebt) und Tische und Stühle waren eher einfache Gartenmöbel. Vor allem die Zweiertische waren total eng und wacklig und hatten in der Mitte eine unangenehme Strebe, so dass man kaum die Beine unterbringen konnte. Hochstühle für Kleinkinder waren ausreichend vorhanden, teilweise aber wirklich einfachste Ausstattung, allesamt ohne Gurte, und teilweise mit herausplatzendem Innenfutter. Ich lege auf so etwas eigentlich nicht soooo viel wert, aber es gibt ja auch Leute, die ein 5-Sterne-Hotel buchen und den entsprechenden Luxus haben wollen, was hier definitiv nicht gegeben ist!!!


Nach dem Essen wollten wir eigentlich eine Runde im Meer schwimmen gehen, aber da die Wellen immer noch sehr hoch waren, ging das leider nicht. Tja, es gab mal Zeiten, da hätten wir uns über hohe Wellen gefreut, denn in einem ruhigen Meer zu schwimmen finde ich persönlich ziemlich langweilig. Aber durch die Wellen zu springen macht totalen Spaß, aber mit Kleinkind geht das natürlich nicht (es sei denn, man macht alles nur noch getrennt und das bringt's ja auch nicht wirklich). Aber was soll's, es kommen auch wieder andere Zeiten.

Nina und ich haben uns eine Weile in die Brandung gesetzt und sie zumindest fand das total lustig. Ich selbst empfand den im Reisekatalog als "grobkörnigen Sandstrand" beschriebenen Strand als recht unangenehm, denn die vielen kleinen Steinchen haben das Laufen - und Sitzen - fast schon schmerzhaft gemacht.

  Recht heftiger Wind und starke Wellen haben das Baden nicht zum Vergnügen gemacht! :-(

Gegen Mittag sind wir mit dem Kinderwagen zu einem Minimarkt in der Nähe des Hotels gelaufen - ging steil bergauf, puh - wo wir uns mit Getränken eingedeckt haben. Auf dem Rückweg zum Hotel ist Nina im Buggy eingeschlafen, so dass wir sie im Zimmer gleich in ihr Bettchen gelegt haben. Während sie geschlafen hat, hab ich mich mit einem Buch auf die Terrasse gesetzt und ein bisschen in der Sonne gebraten - im wahrsten Sinne des Wortes, denn hinterher hatte ich einen ganz schönen Sonnenbrand (tja, auch bei bedecktem Himmel muss man aufpassen, das sollte ich eigentlich langsam wissen! ;-)


Spielplatz des Aldemar Knossos Royal Village

 

Den Nachmittag haben wir auf dem sehr schön angelegten Spielplatz des Miniclubs verbracht. Hier gibt es wirklich alles, was das Kinderherz begehrt - ein großes Klettergerüst mit Rutsche, einen Sandkasten mit jeder Menge Spielzeug, einen Kleinkinderpool (der jedoch ziemlich dreckig war) und eben das Gebäude des Miniclubs selbst, in dem die Kleinen ab 3 oder 4 betreut werden. Aber auch Nina durfte mit den anderen Kindern malen und hat etwas zum Trinken bekommen, was ich sehr nett fand. Auch für die Eltern gibt es übrigens kostenlos Kaffee und Kuchen, so dass auch Christian und ich uns hier sehr wohl gefühlt haben! ;-)

Beim Abendessen waren wir super pünktlich um kurz vor 18:30 Uhr - da geht's eigentlich erst los. Mein Fazit des ersten Abendessens fällt leider nicht sonderlich positiv aus. Das Essen war zwar nicht schlecht, ging aber eher in die Richtung "wir sind satt geworden".


Danach wollten wir noch ein bisschen spazieren gehen, aber da die Straße hinter dem Hotel die ganze Zeit steil bergauf geht und außerdem nur schlecht beleuchtet ist - d.h. die entlang rasenden (!) Autos sehen einen wirklich erst im letzten Moment - sind wir bald umgekehrt und mit Nina in die Mini-Disco gegangen. Ihr hat's gefallen, so dass wir bis zum Ende geblieben sind und uns noch den Beginn der im Anschluss stattfindenden Show "Star Night" angesehen haben.




3. Tag: Aufenthalt im Hotel + Spaziergang nach Chersonissos


Heute war es deutlich windstiller als am vorigen Tag, dafür aber auch ziemlich bewölkt und irgendwie kühl. Schönes Wetter zum Ausflüge machen, aber definitiv nicht zum Baden. Tja, den Mietwagen haben wir erst ab morgen gebucht ...

Den Vormittag haben wir "trotzdem" am Strand verbracht und waren einmal sogar kurz im Meer baden. Nina fand's aber nicht so toll, vermutlich weil das Wasser - auch für meinen Geschmack - viel zu kalt war. Ich hoffe echt, dass das Wetter noch besser wird, denn so hatten wir uns unseren Sommerurlaub wirklich nicht vorgestellt! :-(

Während Ninas Mittagsschläfchen habe ich draußen auf der Terrasse gesessen, Tagebuch geschrieben und mich über das Wetter geärgert. Es hatte sich richtig zugezogen und war rundherum grau in grau! Zwar war es nicht richtig kalt, aber mit nur knapp 18 Grad war es doch eher ungemütlich.

Den Nachmittag haben wir wieder auf dem Spielplatz verbracht, wo Nina sich heute sogar auf das große Klettergerüst getraut hat. Ich fand's nicht ganz so toll, da sie teilweise in über 2 Metern Höhe auf einem schmalen Steg balancieren musste, was für ein noch nicht mal eineinhalb Jahre altes Kind vielleicht nicht ganz so geeignet ist. Na ja, die nächsten Runden bin ich dann lieber mit ihr zusammen gelaufen! ;-)

  Ausnahmsweise mal ein sonniger Strandtag, juhuu! :-)

Blick nach Chersonissos

 

Gegen 18 Uhr haben wir einen Spaziergang nach Chersonissos gemacht. Den Weg dorthin hatte Christian mittags beim Joggen entdeckt und ich war froh, endlich mal rauszukommen. Nur in der Hotelanlage rumzuhängen ist ja nicht gerade mein Ding und das Rumsitzen in den letzten Tagen hat mich schon etwas gelangweilt. Nach einer guten halben Stunde (ohne Kleinkind geht es sicher schneller ;-) sind wir am Ortsrand von Chersonissos angekommen, wo wir in einem Minimarkt ein bisschen eingekauft haben und dann aufgrund unserer knurrenden Mägen wieder zurück zum Hotel gelaufen sind.

Das Abendessen war leider wieder nur "la la". Teilweise gab es das gleiche wie gestern und alles war total langweilig aufbereitet. Von einem fünf Sterne Hotel erwarte ich da einfach mehr, sorry. Was uns auch etwas enttäuscht hat und schon gestern aufgefallen ist, ist der "Service" - die Kellner sind total lustlos bei der Sache, knallen einem die bestellten Getränke ohne einen anzusehen auf den Tisch und streiten sich oft genug untereinander. Das darf doch einfach nicht sein, oder?!


Nach einem weiteren kurzen Einkaufsbummel sind wir schließlich wieder in der Mini-Disco gelandet, wobei Nina sich wie schon gestern eher für die Treppen (die Mini-Disco sowie die Shows finden in einem Amphitheater statt) als für die Musik interessiert hat. Für Christian gab es nach seiner Joggingrunde am Mittag also die zweite Runde Sport an diesem Tag, denn er musste sicher 50 Mal mit Nina die Treppe hoch und wieder runter laufen, während ich es mir bequem gemacht und den älteren Kindern beim Tanzen zugesehen habe - ich glaube, die Kinder unter 2 waren alle auf der Treppe unterwegs ;-)




4. Tag: Aufenthalt im Hotel + Spaziergang nach Chersonissos


Heute morgen haben wir mit über einer halben Stunde Verspätung unseren Mietwagen bekommen. Die Verspätung war zwar ein wenig ärgerlich, da wir wie bestellt und nicht abgeholt an der Rezeption gewartet haben, auch die Tatsache, dass dann der Kindersitz gefehlt hat und wir auch darauf nochmal eine Ewigkeit warten mussten, war etwas doof, aber letztlich nicht schlimm, da wir für den heutigen Tag ohnehin noch keinen Ausflug geplant hatten.

Den Vormittag haben wir am Kinderpool in der Nähe des Strandes verbracht, wo wir dann auch noch ein Stündchen gesessen haben. Heute war es endlich wieder schön, fast schon brütend heiß - endlich !!! - und das Meer fast komplett ruhig. So muss das sein und darf es auch gerne bleiben! Gegen Mittag sind wir mit Nina ins Zimmer, haben ihr unter der Dusche kurz den Sand vom Strand abgespült und schon während dem Fönen ist sie bei Christian auf dem Arm eingeschlafen.

Nach Ninas 3-stündigen Mittagsschläfchen sind wir mal wieder auf den Spielplatz gegangen, wo wir aber nur ne halbe Stunde geblieben sind, weil Nina dringend gewickelt werden musste. Danach sind wir nach Chersonissos spaziert und immerhin etwas weiter gekommen als gestern. Als Rückweg haben wir diesmal die Hauptstraße gewählt, was aber keine so gute Idee war, da sie relativ steil bergauf geht und wir bei der heutigen Hitze ganz schön ins Schwitzen gekommen sind. Das nächste Mal nehmen wir wieder den gemütlicheren - und schöneren - Weg entlang dem Meer.

  Kinderpool im Aldemar Knossos Royal Village

Im Hotelrestaurant gab es heute sowohl Gyros als auch Calamari, was ich eigentlich beides sehr gerne esse. Eigentlich - denn hier hat es mir einfach nicht geschmeckt. Das Gyros war von Fett nur so durchzogen und die Calamari ziemlich pappig und geschmacklos. Ich weiß auch nicht, irgendwie bin ich echt mäkelig, oder? Aber das Essen ist einfach nicht der Renner und auch die Atmosphäre im Restaurant total ungemütlich. Dazu kommt, wie ich am Vortag schon erwähnt habe, dass man die meisten Kellner wirklich nie lächeln sieht. Eine hat uns heute total grimmig angeschaut und irgendwas von wegen "Katastrophe" vor sich hingemurmelt, als Nina im Vorbeigehen nach einer Vase gegriffen hat. Kinder sind nunmal neugierig, es ist ja auch nichts kaputt gegangen! Nee, unter einem freundlichen Service verstehe ich wirklich was anderes und das Hotel auf Mallorca, in dem wir im Mai waren, ist das beste Beispiel dafür, dass es auch anders gehen kann - trotz Stress, Hektik und vielen Kindern!




5. Tag: Lassithi-Hochebene


Monastery of the Panayia Kera

 

Heute haben wir endlich den ersten Ausflug gemacht. Eigentlich wollten wir - bzw. Christian - nochmal einen Strandtag einlegen, aber da das Wetter am Morgen so trüb war, haben wir spontan umdisponiert. So sind wir nach dem Frühstück über Chersonissos zur Lassithi-Hochebene gefahren. Da wir keinen sehr ausführlichen Reiseführer dabei hatten, wollten wir unterwegs spontan entscheiden, was wir uns anschauen. Als erstes haben wir an dem kleinen Marienkloster "Monastery of the Panayia Kera" am Nordhang des Dikti-Gebirges angehalten.

Die Kirche des Klosters stammt aus dem 14. Jahrhundert und besteht aus einer Vorhalle (Narthex), dem Hauptraum, einer winzigen Nebenkapelle und dem Altarraum, welcher ursprünglich den einzigen Teil einer kleinen Einraumkapelle bildete. Die ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammenden Fresken zeichnen sich durch differenzierte und leuchtende Farben aus und gehören zu den besterhaltenen auf Kreta. In Kera Kardiotissa gab es eine wundertätige Ikone, welche der Sage nach von den Türken geraubt und nach Konstantinopel verschleppt wurde, aber von selbst in das Kloster zurückkehrte.

Nach der Besichtigung ging es weiter in Richtung Lassithi-Hochebene. In einem Dorf, dessen Namen ich leider nicht weiß - falls es jemand anhand der Fotos erkennt, bitte ich um Info an mich - haben wir angehalten und sind ein bisschen spazieren gegangen. Viel gab es hier jedoch nicht zu sehen und da Nina ziemlich quängelig war, sind wir bald weiter gefahren.


Als nächstes wollten wir zur Zeus-Höhle (auch: Diktäische Höhle) bei Psychro. Diese war eine wichtige Kultstätte der Minoer, was durch Funde belegt wird, die bis in die frühminoische Epoche (etwa 2800 v. Chr.) zurückreichen. Mit diesem Kult steht möglicherweise der griechische Mythos in Verbindung, wonach Zeus in dieser Höhle geboren worden war und von Amaltheia und den Kureten versorgt wurde.


Um zu der Höhle zu gelangen, mussten wir erst einmal einen gut einstündigen (auch hier gilt wieder: ohne Kleinkind geht's sicher schneller ;-) Fußmarsch bergauf in Kauf nehmen. Alternative zum Selberlaufen wäre ein Ritt auf einem Esel gewesen, aber dem armen Tier wollte ich nicht zumuten, Nina und mich den steilen Berg hinauf zu tragen - und alleine reiten kann Nina noch nicht.

So haben wir uns mit dem Aufstieg Zeit gelassen und immer wieder den Ausblick auf die Lasithi-Hochebene mit ihren vielen Windkrafträdern genossen. Auch Nina hat die kleine Wanderung genossen, auch wenn der Papa sie immer mal wieder auf die Schultern nehmen musste, weil wir sonst vermutlich nie angekommen wären. Die Höhle selbst war recht imposant, denn sie befindet sich ca. 65 Meter tief in der Erde. Über etliche Treppenstufen erreicht man in der Tiefe einen See und kann zig Tropfsteine bewundern, bevor es auf der anderen Seite wieder hinauf geht.

  Lassithi-Hochebene

Nina hat alles super mitgemacht, ist dann aber irgendwann - verständlicherweise - müde geworden und nur noch durch die Gegend gestolpert. Einmal ist sie hingefallen und mit dem Kopf nur Millimeter neben einem spitzen Stein gelandet, puh ... Für uns war das jedenfalls das Zeichen, zurück zum Auto zu gehen, wo Nina auch fast sofort eingeschlafen ist. Christian und ich haben überlegt, ob wir die Gelegenheit nutzen sollen, irgendwo einzukehren, denn wir hatten beide großen Appetit auf einen griechischen Salat. Da sämtliche Tavernen sich aber direkt an der Hauptstraße befanden, haben wir uns dann doch dagegen entschieden, denn falls Nina aufgewacht wäre - und davon konnten wir ausgehen - wäre das nicht so prickelnd gewesen (man muss wissen, dass unser Kind lieber durch die Restaurants läuft als brav am Tisch zu sitzen ;-)

So sind wir über das sehr hübsche Dorf Milatos mit Malia durchgefahren und hatten - dank der noch immer schlafenden Nina - endlich mal wieder Zeit uns in Ruhe zu unterhalten. Tja, mit Kind wird vieles anders! ;-)

In Malia waren wir noch kurz Getränke und Obst einkaufen und kamen pünktlich zum Abendessen wieder im Hotel an. Danach sind wir wie jeden Abend in die Mini-Disco gegangen, wo Nina heute die Bühne entdeckt hat ... ;-)




6. Tag: Aufenthalt im Hotel + Spaziergang nach Chersonissos

Morgens waren wir bei super Wetter am Strand, was aber mit Nina mal wieder eher anstrengend war. Sie sitzt einfach keine Sekunde still und läuft endlos weit weg, ohne sich auch nur nach uns umzudrehen. Am liebsten natürlich dahin, wo sie nicht hin soll, uff. Ich bewundere immer die anderen Kinder, die stundenlang im Sand sitzen und spielen. Ich hoffe, das kommt bei Nina auch irgendwann.


Hafen von Chersonissos

 

Am Nachmittag sind wir mit dem Auto nach Chersonissos gefahren, um dort ein wenig zu bummeln. Entlang der Hauptstraße tummeln sich zwar zig Geschäfte, aber es riecht hier bestialisch nach Autoabgasen - und wenn ich mit meiner schlechten Nase das sage, dann stinkt es wirklich gewaltig! - so dass ein Spaziergang nicht wirklich Spaß macht. So haben wir uns kurzerhand den Weg zur Promenade am Meer gesucht, wo es deutlich angenehmer zu laufen war.

Leider hatte Nina heute offenbar ihren zickigen Tag, denn sie wäre am liebsten in jedes Restaurant an der Strecke gelaufen - und davon gab es einige - und ein riesen Theater veranstaltet, wenn wir ihr das verboten haben.


Keine Ahnung, was heute mit Nina los war, aber sobald sie ihren Willen nicht bekommen hat, hat sie regelrechte Wut-/Brüllanfälle bekommen, weshalb wir mehr als einmal ein wild zappelndes und laut kreischendes Bündel durch die Gegend schleppen mussten. Irgendwann war's uns zu doof und wir sind nach einer seeehr kurzen Runde entlang des Hafens zurück zum Auto und ins Hotel, wo wir uns für's Abendessen fertig gemacht haben.

Hier leider das gleiche Spiel: Nina hat zwar gut gegessen, aber kaum war sie fertig, wollte sie unbedingt aus dem Hochstuhl raus. Am Nebentisch saß ein kleiner Junge etwa im gleichen Alter, der die ganze Zeit ruhig auf seinem Stühlchen saß, keinen Mucks von sich gegeben und sogar ordentlich mit seiner Gabel gegessen hat. Nina dagegen hat gleich zu Beginn des Abendessens mit voller Absicht ihren Löffel durch die Gegend geschmissen und sich alles mit den Händen in den Mund geschaufelt. Auf ihr Lätzchen hatte Madame heute auch keine Lust, so dass dieses ebenfalls nach kurzer Zeit auf dem Boden gelandet ist. Entsprechend hat sie hinterher auch ausgesehen ...

Auch während der Mini-Disco und vor allem der Show im Anschluss, die wir uns heute ausnahmsweise mal ansehen wollten, war Nina nicht zu bremsen. Ich weiß jetzt noch nicht, ob ich über die Szene, die sie uns geboten hat, lachen oder weinen soll. Und zwar hat sie sich - während der gerade stattfindenden Tanzshow - plötzlich los gerissen und ist vorne zur Bühne gerannt, wo sie sich ihr Kleidchen hoch gezogen hat und mit dem Windelpopo zum Publikum stand. Na gut, das war ja noch nicht weiter schlimm, aber plötzlich dreht sie sich um - noch immer mit hoch gezogenem Kleid - und klopft sich - wie ein Gorillamännchen - ein paar Mal mit der Hand auf den nackten Bauch! Das sah soooo lustig aus, wie sie da vorne quasi im Scheinwerferlicht stand, das gesamte Publikum hat sich kaputt gelacht und auch mir sind die Tränen gelaufen. Christian ist dann aber sicherheitshalber aufgesprungen und hat sie von der Bühne weg geholt! ;-)




7. Tag: Elounda + Bootsfahrt nach Spinalonga


Heute war ein Tag ganz nach meinem Geschmack. Gleich nach dem Frühstück sind wir via Aghio Nikolaos nach Elounda gefahren, wo wir gegen Mittag angekommen sind. Nachdem wir ein Parkticket gelöst sowie Tickets für die Überfahrt nach Spinalonga für 12:30 Uhr gekauft hatten, sind wir noch eine Weile in dem schönen Hafen von Elounda spazieren gegangen. Dann ging's aber auch schon per Boot - Ninas erste Bootsfahrt! - in einer halben Stunde rüber zur Insel Spinalonga.

Heute eine Insel voller schöner Fotomotive, war sie zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine Leprakolonie. Hauptsehenswürdigkeit der Insel ist das im 16. Jahrhundert errichtete venezianische Fort, das ab 1715 eine osmanische Festung war. Von oben soll man eine schöne Aussicht haben, sonst aber auch nichts, d.h. es ist nicht mehr viel von früheren Innenräumen o.ä. erhalten.

  Festung auf der Insel Spinalonga

Badestrand in Elounda

 

Da es brütend heiß war, währen wir am liebsten eine Runde im wirklich wunderschön türkis schimmernden Meerwasser baden gegangen, aber da wir nur eine Stunde für die Besichtigung hatten und in der Zeit nicht einmal die Hälfte der Insel anschauen konnten - auf der ehemaligen Festung waren wir beispielsweise nicht - mussten wir darauf leider verzichten. Wie auch immer habe ich die Besichtigung sehr genossen - endlich konnte ich mal wieder meiner Fotografier-Leidenschaft nachgehen - und auch die Bootsfahrt war toll.

Nina hat uns auf der Insel zwar etwas "aufgehalten" - es gab dort einfach zu viele Treppen, auf die sie natürlich unbedingt hochsteigen musste - aber alles in allem hat sie super mitgemacht. Nur leider hat sie das Mittagsschläfchen heute ausfallen lassen, obwohl wir sie nach der Rückkehr nach Elounda ewig im Kinderwagen die Promenade hoch und runter gekarrt haben. Ich sage deshalb "leider", weil es zig nette Tavernen gegeben hat, in die Christian und ich uns gerne gesetzt hätten - allerdings OHNE unserem kleinen Zappelphilipp hinterher laufen zu müssen.


Nachdem wir die Hoffnung aufgegeben hatten - den Spaziergang durch das wirklich hübsche Elounda haben wir natürlich "trotzdem" genossen - sind wir schließlich zum Auto zurück, um die Fahrt zurück zum Hotel anzutreten. Und wie konnte es anders sein? Nina ist natürlich prompt eingeschlafen ...

Rückblickend auf jeden Fall der schönste Tag des Urlaubs!!!




8. Tag: Aufenthalt im Hotel

Tja, der heutige Tag war leider ziemlich vergeudet, denn ich hab ihn größtenteils krank im Bett verbracht. Schon seit ein paar Tagen hatten mich heftige Halsschmerzen geplagt, aber heute hab ich mich gleich nach dem Aufwachen so schlapp und sogar ein bisschen fiebrig gefühlt, dass ich bis 15 Uhr im Bett geblieben bin, um mich auszukurieren.

Christian hat den Vormittag mit Nina am Strand verbracht und erzählte hinterher, dass sie total lieb gewesen wäre, neben ihm im Sand gesessen und gespielt hätte usw. Die Erkundungstouren macht sie scheinbar nur, wenn ich dabei bin?! Eine Freundin erzählte mir schonmal, dass Nina ganz anders wäre, wenn ich dabei bin, viel mutiger. Na toll ...


Da es mir nachmittags schon deutlich besser ging - schlafen hilft eben (fast) immer - habe ich mich zu einem kleinen Spaziergang aufgerafft. In der Nähe der Hotelanlage befindet sich eine kleine Kapelle, von der ich vor dem Urlaub im Internet gelesen hatte und zu der ich nun laufen wollte. Der Spaziergang hat mir gut getan, denn so ganz ohne Bewegung kann ich einfach nicht sein. Es hat sich auch insofern gelohnt, dass die Kapelle wirklich hübsch gelesen ist, direkt an den Klippen, vom Meer umtost - hach, hier hätte ich es eine ganze Weile aushalten können!

Christian ist derweil nochmal mit Nina an den Strand gegangen, wo ich die beiden später abgeholt habe. Zum Glück war es heute - mal wieder - eher bedeckt, so dass ich mich nicht ganz so sehr über den verpassten Tag geärgert habe. Abends hat es sogar ein bisschen geregnet, so dass sowohl die geplante Beachparty als auch die Mini-Disco leider abgesagt worden sind!

  Kapelle in der Nähe des Aldemar Knossos Royal Village



9. Tag: Kavros + Lake Kournas + Badebucht bei Gerakina + Rethimnon

Eigentlich wollten wir heute in das Aquarium bei Heraklion fahren, aber da Nina gleich nach dem Losfahren tief und fest eingeschlafen ist, haben wir spontan entschieden sie schlafen zu lassen und sind nach Kavros gefahren, wo Christian und ich 1997 unseren ersten gemeinsamen Urlaub verbracht haben. Unser damaliges Hotel stand noch an Ort und Stelle, war allerdings mittlerweile leuchtend pink angemalt und hatte auch sonst einige Änderungen mitgemacht. Auch der übrige Ort hatte sich ziemlich verändert, war aber nach wie vor eher ruhig und gemütlich - sehr nett zum Urlaub machen ohne viel Remmidemmi.

Beim Bummel durch den Ort haben wir eine Bimmelbahn entdeckt, die gerade kurz vor'm Losfahren war. Wir mussten nicht lange überlegen, haben uns Fahrkarten gekauft und sind eingestiegen. Als erstes ging es eine Weile am Strand entlang, dann sind wir durch's Landesinnere zum Lake Kournas und wieder zurück nach Kavros gefahren. Wie immer bei solchen Sachen war Nina anfangs total begeistert, aber nach der ersten Aufregung hatte sie dann keine Lust mehr ruhig zu sitzen und wollte lieber auf den Bänken rumklettern, was während der Fahrt natürlich nicht geht. Zum Glück hat sie kein großes Theater veranstaltet, sondern sich damit zufrieden gegeben, mal bei mir und mal bei Christian auf dem Schoss zu sitzen. Unterwegs hat es übrigens mehrmals ziemlich geschüttet und wir kamen relativ nass wieder in Kavors an, wo wir daher erstmal in den nächsten Supermarkt gestürmt und uns aufgewärmt haben. Nach dem Einkaufen war es langsam Zeit für's Mittagessen, aber zum Einkehren hatten wir keine Lust, so dass wir uns in einer Taverne jeweils ein Pitta Gyros zum Mitnehmen haben machen lassen, welches wir am Auto verputzt haben - jetzt übrigens wieder bei strahlendem Sonnenschein. Das Wetter macht momentan wirklich was es will! :-(


Badebucht zwischen  Georgiopoulis und Rethimnon

 

Auf dem Rückweg wollten wir unbedingt in Rethimnon anhalten, weil es uns dort bei unserem Urlaub vor 13 Jahren dort so gut gefallen hatte. Unterwegs jedoch sind wir noch zu einer Bucht in der Nähe von Gerani gefahren, die uns bereits auf der Hinfahrt aufgefallen war.

Tatsächlich war das Wasser hier, vermutlich weil es so flach war, richtig schön warm und hätte ich Badesachen dabei gehabt, wäre ich bestimmt eine Runde schwimmen gegangen. So habe ich mich damit begnügt, Nina beim Plantschen und Spielen zuzusehen. Ja, tatsächlich, hier hat sie ganz ruhig im Sand gesessen und mit Eimer und Schaufel gebuddelt - scheinbar gefällt auch ihr der Strand am Hotel nicht besonders gut, denn dort ist sie immer nur am Rumlaufen und will partout nicht in den Sand.


Als wir schließlich in Rethimnon angekommen sind, war es bereits Abend und die Fortezza, eine gewaltige venezianische Festung aus dem 16. Jahrhundert, die wir uns eigentlich ansehen wollten, hatte nur noch eine Stunde geöffnet. Eigentlich wollten wir "trotzdem" rein, aber gerade am Kassenhäuchen angekommen, mussten wir feststellen, dass wir das Portemonnaie im ca. 15 Minuten entfernt stehenden Auto vergessen hatten. Tja, so fiel die Besichtigung leider flach, was aber insofern nicht weiter schlimm war, da wir die Festung bei unserem letzten Kretaurlaub bereits besichtigt hatten, aber das lag immerhin mehr als ein Jahrzehnt zurück und fotografiert habe ich damals überhaupt nicht. Schade, aber die Uhr ließ sich nunmal nicht zurück drehen, so dass Christian schonmal mit Nina zurück zum Auto gelaufen ist, während ich noch schnell zum Hafen gedackelt bin, um ein paar Fotos zu machen.

Hm, irgendwie hatte ich den Hafen größer in Erinnerung. Hätte mich jemand gefragt, hätte ich steif und fest behauptet, dass es hier auf Kilometern ein Restaurant neben dem anderen geben würde. Tatsächlich war ich in nur ca. drei Minuten an sämtlichen Tavernen vorbei und stand am Leuchtturm. Mehr gab es hier nicht zu sehen, so dass ich bald umgekehrt und ebenfalls zum Auto gelaufen bin. Schon komisch, wie sich die Sicht der Dinge ändert, je mehr man in der Weltgeschichte herumkommt! ;-)

  Hafen von Rethimnon



10. Tag: Theologos + Kritsa + Panagia Kera + Agios Nikolaos


Theologos

 

Beim Frühstück haben wir entschieden, den für den Vormittag geplanten Strandtag ausfallen zu lassen, da das Wetter mal wieder nicht sonderlich prickelnd war. Statt dessen wollten wir u.a. nach Theologos fahren, ein Töpferdorf in den Bergen, von dem ich schöne Fotos gesehen hatte.

Die Realität war leider ziemlich enttäuschend - nach einer ewig erscheinenden Fahrt kamen wir gegen 12 Uhr endlich in Theologos an und empfanden das Dorf dann beide als eher heruntergekommen. Schöne Fotomotive habe ich jedenfalls eher nicht gefunden. Da wir zunächst aber noch dachten, dass wir vielleicht einfach am "falschen" Ende der Stadt angehalten haben, sind wir ins Auto gestiegen und noch ein wenig durch die Gassen gekurvt. An unserem Eindruck hat sich aber leider nicht viel geändert, so dass wir recht bald wieder weiter gefahren sind.


Zurück an der Küste sind wir weiter nach Kritsa gefahren. Kritsa gilt als "größtes Dorf Kretas" und liegt in einer sanften Hügellandschaft zehn Kilometer landeinwärts von Aghios Nikolaos (ab dort gibt es eine gute Beschilderung nach Kritsa). Hier war es zwar ganz nett, aber die blaue Töpferware, die mir der Reiseführer "versprochen" hatte, gab es leider nirgends zu kaufen.

Trotzdem war es schön, durch die hübschen Gassen des Dörfchens zu bummeln und obwohl der Ort wirklich ziemlich auf den Tourismus eingestellt ist - zumindest entlang der Hauptstraßen - hat es uns hier gut gefallen. Und wenn man sich ein wenig in die Gassen schlägt, fühlt man sich fast in eine andere Epoche versetzt, denn absatz vom Trubel geht das Leben hier noch einen ganz ursprünglichen und gemütlichen Gang, ältere Leute sassen vor den Häusern und winkten uns bzw. Nina alle sehr freundlich zu, was uns schon ein wenig erstaunt hat angesichts der Touristenströme, die hier angeblich in der Hochsaison unterwegs sind.

Nachdem es gegen 16 Uhr leider wieder zu regnen angefangen hat, sind wir zurück zum Auto und zur Panagia Kera gefahren, einer kleinen Kirche, die in unserem Reiseführer als DAS Highlight von Ostkreta angepriesen wurde. Die Kirche war geschlossen, so dass ich über das Innere nichts sagen kann. Laut Reiseführer befinden sich hier Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die fast jeden Zentimeter im Innern mit lebhaften religiösen Szenen bedecken und unbedingt sehenswert sein sollen.

  Kritsa

Ganz in der Nähe gibt es noch das antike Lató zu besichtigen, eine Siedlung, die in die dorische Epoche (ca. 1100 v. Chr.) zurück reicht, die dem minoischen und dem mykenischen Zeitalter folgte. Auch hierüber kann ich leider nichts sagen, da wir dort nicht mehr hingefahren sind, weil ich lieber nach Agios Nikolaos wollte - mit Kleinkind ist die Besichtigung eines "Ruinenfelds" vermutlich auch nicht unbedingt empfehlenswert.


Agios Nikolaos

 

Agios Nikolaos gehört mit seinen beiden Häfen angeblich zu den hübschesten Städten auf Kreta. Die Stadt war schon immer eine Hafenstadt, in der Antike für die weiter oben erwähnte Stadt Lató, später für die Venezianer. Sie benannten den Ort nach einer Kirche aus dem 10. Jahrhundert, die dem heiligen Nikolaus gewidmet war, und sie gaben der Bucht, an der sie steht, den Namen Mirabello, Schöner Blick.

In einer super engen und steilen Straße haben wir das Auto geparkt - ICH hätte mich das nicht getraut - und zum Hafen runter gelaufen. Hier ist Christian mit einem Fischer ins Gespräch gekommen, der erzählt hat, dass er jede Nacht um 2 Uhr mit seinem Boot rausfahren und erst gegen Mittag - nach zehn bis zwölft Stunden - wieder im Hafen ankommen würde. Was für ein Leben, für mich wäre das nichts ...

Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Mir hat der Hafenbereich an und für sich nicht schlecht gefallen, aber mit Kinderwagen und Kleinkind war es nicht optimal, da es entweder keine oder nur sehr schmale Gehwege gibt und man quasi auf der Straße an vorbei rasenden Autos und Rollern vorbei laufen muss. Richtig nett dagegen war es rund um den Voulisméni-See, wo es deutlich ruhiger zuging und man schön flanieren konnte. Da es mittlerweile aber bereits auf 18 Uhr zuging und wir ziemlich hungrig waren, sind wir nicht mehr lange geblieben und haben uns auf die Rückfahrt zum Hotel gemacht.


Endlich am Zimmer angekommen, konnte ich den Schlüssel nicht finden, so dass Christian nochmal zum Auto zurück ist, um dort zu suchen. Nachdem er auch im Wagen nicht fündig geworden ist, hat er an der Rezeption nach einem Ersatzschlüssel gefragt, den er auch sofort - ohne jede Nachfrage nach Name o.ä. - bekommen hat. Gut zu wissen, wie schnell man hier offensichtlich in ein Zimmer einbrechen könnte, wenn man denn wollte ... :-(

Über das Abendessen sage ich nichts mehr, denn es war genauso "schlecht" wie schon an den Tagen zuvor. Immer das gleiche und kaum Auswahl bzw. Varianten. Aber ich schaue mittlerweile auch schon gar nicht mehr, sondern hole mir an der Salatbar einen griechischen Salat mit Baguette - davon wird man schließlich ebenfalls satt, auch wenn ich im Urlaub schon gerne und gut esse!




11. Tag: Chersonissos

Und schon war er da, der letzte Urlaubstag auf Kreta. Und sowohl Christian als auch ich waren gar nicht traurig darüber, was bei uns bisher vermutlich noch nie vorgekommen ist - normalerweise würden wir eher lieber ein bisschen länger bleiben! Natürlich war der Urlaub nicht "schlecht", aber wir hatten - gerade vom Hotel - einfach mehr erwartet und das Pech, das wir teilweise mit dem Wetter hatten, hat auch nicht gerade dazu beigetragen, den Urlaub aufzuwerten. Na ja, es kann eben nicht immer alles perfekt sein, der nächste Urlaub kann nur schöner werden! ;-)


Viel haben wir heute jedenfalls nicht gemacht. Nachdem gegen 10 Uhr unser Mietwagen abgeholt worden ist, haben wir den Vormittag am Strand verbracht und sind nachmittags nach Chersonissos gelaufen, wo wir zumindest am letzten Urlaubstag endlich in einer Taverne einkehren wollten. Nina ist unterwegs im Kinderwagen eingeschlafen, so dass wir optimistisch waren, in Ruhe ein leckeres Essen genießen zu können.

Tja, kaum am "Il Camino" angekommen - dieses Restaurant hatte ich mir schon bei unserem Rundgang ein paar Tage zuvor herausgepickt - war Nina wieder wach, aber so hungrig, dass sie brav mit uns am Tisch gesessen und gefuttert hat. Später sind wir noch gemütlich durch den Hafen spaziert und haben die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen.

  Chersonissos

Am nächsten Tag sollte es um 10:15 Uhr schon wieder nach Hause gehen, so dass frühes Aufstehen angesagt war. Tja, und ausnahmsweise waren wir nicht all zu traurig über das Ende dieses Urlaubs, denn vieles hat einfach nicht gepasst ... ! :-(




:: FAZIT ::

Ich war ja schon zweimal auf Kreta und jedesmal begeistert, doch diesmal kam ich sehr enttäuscht aus dem Urlaub zurück. Ich weiß nicht, warum es mir nicht gefallen hat, ob es am teilweise schlechten Wetter lag oder an dem Hotel, das uns beiden - von einigen Kleinigkeiten abgesehen - überhaupt nicht gefallen hat? Vielleicht sind wir aber aufgrund unserer Fernreisen auch ein wenig verwöhnt, denn als wir zuletzt auf Kreta waren - vor immerhin 13 Jahren - hatten wir von der Welt noch nicht viel gesehen und waren entsprechend schneller zu begeistern. Im Großen und Ganzen ist Kreta sicher eine schöne Insel aber zum Baden und Erkunden werden wir das nächste Mal definitiv woanders hin fliegen (wobei man an dieser Stelle vielleicht sagen muss, dass wir während unseres ersten Kretaurlaubs beinahe die ganze Insel erkundet hatten, weshalb es diesmal nicht ganz so viel für uns zu entdecken gab, was für mich zu einem gelungenen Urlaub aber einfach dazu gehört).




Hier geht's weiter:




 © 2010 by Heike Eckardt