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M A L L O R C A

11.05. - 21.05.2010

 

Seit gestern sind wir zurück von unserem ersten Familienurlaub, den wir auf Mallorca verbracht haben. Es hat uns sehr gut gefallen, wir waren sogar schon drauf und dran, unseren Aufenthalt zu verlängern. Das Wetter war toll, beinahe jeden Tag hatten wir sommerliche Temperaturen, das Hotel war schön und nicht nur unsere Tochter Nina hat sich pudelwohl gefühlt. Ich glaube, wenn wir vorher gewusst hätten, wie pflegeleicht die Kleine auf Reisen ist, wären wir schon viel früher mit ihr losgedüst!

Anders als zuvor erwartet (wir haben uns wirklich viel zu viele unnötige Gedanken gemacht) konnten wir viele Ausflüge machen, ohne dass Nina auch nur einmal gemurrt hätte. Im Gegenteil, je mehr wir unternommen haben, umso fröhlicher und zufriedener war sie. Wirklich schade, dass wir nur zehn Tage gebucht hatten, aber der nächste Urlaub kommt bestimmt! ;-)




1. Tag: Anreise von München nach Mallorca

Der Flug ist insgesamt besser verlaufen als gedacht. Kurz vor'm Start hatte Nina keine Lust mehr ruhig zu sitzen und gebrüllt wie am Spieß, als wir sie angeschnallt haben, aber mit einer Flasche Milch konnten wir sie zum Glück "ruhig stellen". Als wir unsere Reisehöhe erreicht hatten, war's dann aber vorbei mit dem Sitzen und Christian ist mit ihr den Gang auf und ab, auf und ab, gegangen! ;-)

Etwa eine halbe Stunde vor der Landung ist Nina dann eingeschlafen, sie war fix und fertig. Aufgrund der Abflugzeit um 11:45 Uhr ist nämlich ihr Mittagsschläfchen ausgefallen, was natürlich mit dazu beigetragen hat, dass sie - zusätzlich zum erzwungenen Sitzen - nicht all zu gut drauf war. Aber da wir mit einem komplett ruhigen Flug eh nicht gerechnet hatten, war's schon okay ...

Nach der Ankunft in Palma um ca. 14 Uhr mussten wir nicht lange auf unser Gepäck warten. Nur die Kinderwagen wurden erst als letztes auf's Band gelegt, so dass wir insgesamt doch eine ganze Weile am Förderband stehen mussten. Auch am Mietwagenschalter von "record go" hat's ne Weile gedauert und zum ersten Mal, seit ich bei Holidayautos buche, mussten wir noch etwas drauf zahlen, da laut dem Angestellten angeblich einige Kleinigkeiten nicht mit versichert wären. Hinterher hat man mir erzählt, dass das wohl ne "Masche" wäre. Na toll, da hab ich mir wohl offensichtlich was aufschwatzen lassen!?! Der Kindersitz und die erste Tankfüllung kamen schließlich auch noch dazu, so dass wir insgesamt gut 100 Euro mehr zahlen mussten. Der Kindersitz, den wir bekamen, war gelinde gesagt eine Frechheit - sowas dreckiges hatte ich echt noch nie gesehen und ich bin in der Hinsicht beim besten Willen nicht pingelig! Den ersten haben wir daher gleich wieder zurück gegeben, der zweite sah zumindest etwas besser aus, wirkte aber nicht gerade vertrauenerweckend (kaum Seitenschutz und total schlabbrige Gurte). Na gut, ein schlechter Sitz ist besser als gar keiner ...


Nachdem alles verstaut war, sind wir mit unserem blauen Ford Fiesta losgedüst, um so schnell wie möglich in unserem Hotel an der Playa de Muro - ganz im Norden von Mallorca - anzukommen. Nach etwa 40 Minuten hatten wir unser Ziel ganz ohne Navi - die Beschilderung auf der Insel ist wirklich klasse - gefunden und waren auf Anhieb von unserem Hotel, dem Iberostar Albufera Park, begeistert. Es handelt sich hierbei um ein Aparthotel, das ich ausgewählt hatte, weil es im Internet vor allem von Familien mit kleinen Kindern sehr gut bewertet worden ist. Es besteht aus drei Etagen mit insgesamt 250 Wohneinheiten, ist also nicht zu groß, aber auch nicht zu klein, und befindet sich direkt am sehr schönen Sandstrand der Playa de Muro in Alcudia Pins zwischen Ca'n Picafort (ca. 3 km) und Puerto de Alcudia (ca. 8 km).

Unser Apartment hat uns gleich sehr gut gefallen - zwei Räume inkl. kleiner Kochecke, ein großes Bad, alles relativ modern und schön sauber, außerdem im obersten Stockwerk mit einem Balkon, von dem wir einen wunderbaren Blick auf das Meer hatten. Das Wetter war toll (strahlend blauer Himmel und angenehm warm) und wir freuten uns nun richtig auf die kommenden Tage! :-)

Natürlich wollten wir sogleich an den Strand und waren neugierig, wie Nina auf diese ihr gänzlich unbekannte Umgebung reagieren würde. Na ja, die Begeisterung hielt sich erstmal in Grenzen, ihr war der viele Sand nicht geheuer und sie wollte nach wenigen - ziemlich mißtrauischen - Schritten lieber getragen werden und aus der sicheren Umgebung von Papas Armen erstmal alles in Augenschein nehmen! ;-)

  Ninas erster Strandspaziergang (im Hintergrund das Hotel 'Iberostar Albufera Park'

Da sich mittlerweile unsere knurrenden Mägen meldeten, ging es dann auch gleich zum Abendessen, also dem Teil, vor dem wir am meisten "Angst" hatten, denn zu Hause sitzt Nina maximal zwei Minuten in ihrem Hochstuhl und läuft danach am liebsten mit dem Essen in der Hand in der Gegend rum. Doch hier - welch ein Wunder - saß sie die gesamte Zeit ganz brav in ihrem Stühlchen und hat ganz brav alles gefuttert, was wir ihr in den Mund gesteckt haben. Von Ente über Hühnchen bis Pommes hat sie alles gegessen und zwischendurch sogar ein wenig mit den Kellnern geflirtet! ;-)

Nach dem Essen sind wir noch schnell zum nächsten Supermarkt gelaufen, um uns mit Getränken einzudecken. Danach ging's gleich in die Heia, denn wir waren alle drei hundemüde ...




2. Tag: Playa de Muro

Die Nacht war bereits um 5:30 Uhr beendet, oh je. Bis dahin hatte Nina immerhin durchgehend geschlafen - unser bisheriger Rekord in Sachen durchschlafen - aber danach war nichts mehr zu machen, Madame war hellwach. Zum Glück hat Christian sich erbarmt und ist mit ihr spazieren gegangen, so dass ich noch zwei Stunden in Ruhe schlafen konnte.


Am Strand der Playa de Muro

 

Das Frühstück ist leider nicht ganz so gut gelaufen wie das Abendessen am Tag zuvor. Sobald ich aufgestanden bin, um mir vom Buffet etwas zu Essen zu holen, gab es ein riesen Geschrei, was aber vermutlich daran lag, dass Nina mittlerweile hundemüde war, denn immerhin war sie bis zu dem Zeitpunkt schon gut fünf Stunden wach ...

Auf ein Mittagsschläfchen hatte sie dennoch keine Lust - waren wohl doch zu viele neue Eindrücke in den letzten zwei Tagen - so dass wir sie in den Kinderwagen gesteckt und spazieren gegangen sind. Eigentlich wollte ich gerne zum Albufera Nationalpark laufen, aber irgendwie haben wir den Eingang nicht gefunden, so dass wir mit der inzwischen schlafenden Nina an den Strand gegangen sind, wo wir die warmen Sonnenstrahlen genossen haben. Nur im Schatten merkte man, dass wir erst Mai hatten, aber wir waren zufrieden mit dem, was war. Nach einer knappen halben Stunde ist Nina dann auch schon wieder aufgewacht und wir sind mit ihr ans Meer, wo sie natürlich auch mal die Füße reinhalten durfte. Sie fand das richtig toll und hat laut gelacht vor Vergnügen, total süß!


Gegen 14 Uhr sind wir ins Zimmer zurück, um uns ein bisschen auszuruhen und für den nächsten Spaziergang umzuziehen (wir waren viel zu "dick" angezogen). Aus dem Spaziergang ist dann allerdings doch nichts geworden, denn als ich Nina die Sandalen anziehen wollte, ist sie dermaßen knatschig geworden, dass wir sie in ihr Bettchen gelegt haben. Die halbe Stunde Schlafen am Vormittag war offensichtlich nicht ausreichend gewesen, gestern und in der Nacht hatte sie auch kaum geschlafen und war nun entsprechend müde - entsprechend ist sie fast sofort eingeschlafen! Christian und ich wollten uns "nur fünf Minuten" dazu legen, sind dann aber auch beide tief und fest eingeschlafen. Tja, und so haben wir drei Schnarchnasen doch tatsächlich unseren ersten Urlaubstag fast komplett verpennt! ;-)




3. Tag: Albufera Nationalpark

Da Nina nach dem Frühstück und einem Spaziergang im ans Hotel angrenzenden Park mal wieder keine Lust auf ihr Mittagsschläfchen hatte, haben wir sie in den Kinderwagen gepackt und sind mit ihr losmarschiert. Diesmal haben wir den Eingang zum Albufera Nationalpark auch gefunden (wir sind am Vortag einfach nicht weit genug gelaufen).


Der "Parc natural de s'Albufera" ist ein ca. 1.650 Hektar großer Naturpark, dessen Name von dem arabischen Wort für Lagune "al-buhayra" hergeleitet wird. Es handelt sich hierbei um das Feuchtgebiet eines verlandeten Sees, der durch Dünen vom Meer an der Bucht von Alcudia getrennt war.

Ein wichtiger Grund der Einrichtung des Naturparks war der Schutz der dort vorkommenden Vogelpopulationen, die in s’Albufera mit beobachteten 271 verschiedenen Arten mehr als zwei Drittel aller auf den Balearischen Inseln vorkommenden Vogelarten ausmachen.

Innerhalb des Naturparks wurden Beobachtungsstände für Besucher eingerichtet, von denen aus man die Vögel beobachten kann, ohne diese zu stören. Der Eingang zum Park befindet sich sechs Kilometer vom Zentrum Alcudias entfernt an der Pont dels Anglesos („Brücke der Engländer“) über den Canal Gran de s’Albufera, kurz vor dessen Mündung ins Meer bei s’Oberta. Die über die Brücke verlaufende Landstraße MA-12 verbindet Port d'Alcúdia mit Can Picafort.

  Albufera NP

Von der Pont dels Anglesos erreicht man auf einem Weg zwischen dem Canal Gran und dem Canal des Sol nach etwa einem Kilometer das Empfangszentrum "Centre de Recepció sa Roca", das täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr, im Sommerhalbjahr bis 19 Uhr, geöffnet ist. Es befindet sich im Gebäude einer ehemaligen Papiermühle, in der Schilf als Grundlage der Papierherstellung diente.


Albufera NP

 

In "sa Roca" sind kostenlose Informationsbroschüren zum Park erhältlich. Auch Ferngläser zur Vogelbeobachtung können ausgeliehen werden. Zur Begehung des Naturparks ist eine offizielle, aber kostenlose, Anmeldung erforderlich!

Kaum im Nationalpark angekommen, ist Nina im Kinderwagen eingeschlafen, so dass Christian und ich in aller Ruhe gut eineinhalb Stunden durch die Gegend laufen konnten, bis sie wieder aufgewacht ist - gut gelaunt und voller Unternehmungslust, so muss das sein! ;-)

Unseren Rundweg mussten wir dann aber leider schon bald verlassen, denn im Westen hatten sich pechschwarze Wolken gebildet und es hat sogar ab und zu gedonnert. Bei Regen und Gewitter wollten wir nun wirklich nicht mitten in den Sümpfen stehen, so dass wir lieber zurück zum Empfangszentrum gelaufen sind.

Insgesamt war es eine sehr schöne, kleine Wanderung durch herrliche - wenn auch nicht sehr abwechslungsreiche - Natur, die wir alle drei genossen haben.


Auf dem Weg zurück zum Hotel haben wir uns in einem kleinen Supermarkt mit Proviant eingedeckt und sind danach ein wenig zum Ausruhen auf's Zimmer. Da wir vor dem Abendessen aber noch etwas unternehmen wollten, sind wir ins Hallenbad gegangen, das im Schwesterhotel Albufera Playa untergebracht ist. Hier sind wir aber nicht lange geblieben, denn das Wasser war eiskalt - ich hab es kaum ausgehalten und für ein einjähriges Kind war es gänzlich ungeeignet. Schade. Es gab zwar auch noch einen Whirlpool, aber der wiederum war viel zu warm, außerdem ist Nina - mal wieder ganz ohne Furcht - so viel darin rumgesprungen, dass sie irgendwann nur noch gehustet und gespuckt hat, weil sie ständig untergegangen ist. Also haben wir sie nur noch schnell unter der Dusche gewaschen und sind dann ins Zimmer zurück. Zumindest Nina und ich, denn Christian wollte unbedingt noch eine Runde im Meer schwimmen ...

Nina hat mich in den letzten Tagen übrigens ganz schön überrascht. Klar wusste ich auch vor dem Urlaub, dass ich kein scheues Kind habe, aber wie sie hier mit allen scherzt und flirtet, hat mich dann doch ein wenig erstaunt. Vor allem im Restaurant ist sie beinahe ununterbrochen damit beschäftigt, die Kellner oder die Leute an den Nachbartischen anzulachen, zu winken oder ihnen Essen entgegen zu strecken ... ! ;-) Es macht wirklich Spaß, sie zu beobachten und ich bin sicher, dass ihr der Urlaub mindestens genauso gut gefällt wie Christian und mir. Wenn ich dran denke, was wir uns vorher für Sorgen gemacht haben, oh je ...




4. Tag: Cap de Formentor

Schon als wir zum Frühstück gegangen sind, hat sich gezeigt, dass es heute wohl nicht so sommerlich warm werden würde wie in den Tagen zuvor. Deshalb war es auch gar nicht weiter schlimm, dass es gerade heute mit dem Mittagsschläfchen geklappt hat (es scheint zu stimmen, dass die meisten Kinder etwa drei Tage benötigen, um sich an eine neue Umgebung zu gewöhnen) und wir so erst am frühen Nachmittag das Zimmer verlassen konnten.


Eigentlich wollten wir nur nach einem größeren Supermarkt suchen und dann spazieren gehen, aber dann haben wir spontan entschieden, zum Cap de Formentor zu fahren, der nordöstlichsten Spitze Mallorcas. Erst waren wir aufgrund des schlechten Wetters noch etwas unentschlossen - es war extrem stürmisch und sah sehr nach Regen aus - und haben ständig überlegt, ob wir nicht doch wieder umkehren sollen, sind dann aber doch weiter gefahren.

Die Fahrt zum Cap über die wilde, zerklüftete Halbinsel mit hohen Klippen, die steil in die See abfallen, ist vermutlich bei (fast) jedem Wetter einfach nur schön und gehört unbedingt zu jedem Mallorca-Urlaub dazu. Schon bei unserem ersten Urlaub auf der Insel vor sieben Jahren waren wir begeistert und auch bei dieser zweiten Fahrt hat uns die Umgebung nicht weniger gut gefallen. Nur leider war es am Leuchtturm, den wir schließlich nach etlichen Serpentinen erreicht haben, aufgrund des starken Windes ziemlich ungemütlich, so dass wir nur ein paar Fotos gemacht haben, einmal außenrum und dann schnell wieder zum Auto zurück gelaufen sind.

  Cap de Formentor

Auf dem Rückweg wollte ich eigentlich noch am Aussichtspunkt Mirador es Colomer anhalten, aber da Nina gerade am Eindösen war, haben wir das auf einen anderen Tag verschoben - wir sind schließlich noch eine Weile auf Mallorca. Wir haben Nina also schlafen lassen und bis Alcudia gefahren, wo wir einen größeren Supermarkt entdeckt haben, in dem wir Getränke und Snacks gekauft haben.

Nach dem Abendessen im Hotel, wo heute die Hölle los war - scheinbar kommen am Wochenende viele Einheimische hierher - sind wir noch eine Weile auf den Spielplatz und an den Strand gegangen, bevor es zurück ins Zimmer ging.




5. Tag: Arta - Capdepera - Cala Mesquida

Die Nacht war angenehm ruhig, d.h. Nina ist nur einmal kurz aufgewacht und hat ansonsten bis kurz nach 8 Uhr geschlafen. Wow, es wird von Tag zu Tag besser! ;-) Aufgrund des "langen" Schlafens (ich glaube, das verstehen nur Eltern eines Kleinkindes) haben wir es heute gar nicht erst mit Mittagsschläfchen versucht sondern sind gleich nach dem Frühstück nach Arta gefahren.

Nach einigem Gekurve durch die wirklich seeeehr engen Gassen der Stadt - ich war heilfroh, dass ich nicht fahren musste - haben wir einen Parkplatz gefunden und sind zunächst zur Pfarrkirche Transfiguració del Senyor gelaufen.


Santuari de Sant Salvador in Arta

 

Von hier aus führte der Weg über eine lange, von Zypressen gesäumten Steintreppe hinauf zum Santuari de Sant Salvador. Der Aufstieg lohnt nicht nur wegen der Panoramaaussicht über die Dächer der Stadt sondern auch wegen des Heiligtums selbst, in dem sich Porträts zweier mallorquinischer Helden - Jaime I. und Ramón Llull - befinden.

Nina war ganz in ihrem Element, denn es gab wirklich zig Treppenstufen zu erklimmen. Zur Zeit gibt es für sie nichts besseres! ;-) Spannend war auch die Tatsache, dass ein paar junge Männer mit ihren Mountainbikes die steile Treppe herab geprescht kamen, was ich teilweise aber auch als sehr gefährlich empfunden habe - nicht nur für die Radfahrer sondern fast noch eher für uns Fußgänger, denn bei der Geschwindigkeit, die die da runter gerast sind, hätten sie im Notfall niemals ausweichen können und in der Kurve vor der Kirche sind sie definitiv "blind" gefahren.


Von oben hatten wir eine tolle Aussicht und ich konnte mich nach langer Zeit endlich mal wieder mit dem Fotoapparat austoben, während Christian sich die ganze Zeit ohne zu murren um Nina gekümmert hat.

Unser nächstes Ziel war Capdepera, wo wir auf den an diesem Wochenende stattfindenden mittelalterlichen Markt gehen wollten. Erst sind wir mit dem Kinderwagen losmarschiert, aber gleich wieder umgedreht, als wir das Gedränge gesehen haben - da wären wir mit dem riesigen Wagen niemals durchgekommen! Also zum Auto zurück und die Brusttrage geholt, aber Nina hat sich dermaßen aufgeführt, als wir sie da reinsetzen wollten, das uns nichts anderes übrig blieb, als sie doch wieder in den Kinderwagen zu setzen.

So schlimm war es mit dem Kinderwagen dann auch gar nicht, wir sind überall gut durch gekommen und mitten im größten Trubel des Markts ist Nina sogar eingeschlafen. Christian und ich sind derweil in aller Ruhe durch die hübschen Gassen gebummelt und haben die schön dekorierten Stände bewundert. Selbst als wir uns zum Essen mitten auf den Marktplatz gesetzt haben, hat sich Nina trotz Stimmengewirr und lauter Musik nicht stören lassen und noch eine ganze Weile geschlafen. Erst als wir noch eine weitere Runde über den Markt gedreht haben, ist sie aufgewacht und wollte ab da nur noch selbst marschieren. Auch den gesamten Weg zurück zum Auto - und das war ein ganz schönes Stück - ist sie fast komplett alleine gelaufen. Manchmal frage ich mich echt, woher sie ihre Energie nimmt! ;-)

  Mittelalterlicher Markt in Capdepera

Dünenlandschaft an der Cala Mesquida

 

Mit dem Auto ging es dann weiter zur nahe gelegenen Cala Mesquida. Diese Bucht sowie die Hotels dort hatte ich noch aus meiner Zeit im Reisebüro im Hinterkopf und wollte mich nun davon überzeugen, ob es hier wirklich so toll ist. Und tatsächlich, nach einem Spaziergang vom Parkplatz in Richtung Meer - man kann mit dem Auto nicht bis an den Strand fahren sondern muss ca. einen Kilometer entfernt parken - erwartete uns ein sehr breiter, etwa 400 Meter langer Sandstrand sowie türkisfarbenes Meer, wenn auch mit tosender Brandung. Auch gab es einen sehr schön angelegten Spazierweg durch die angrenzende Dünenlandschaft, der uns sehr gut gefallen hat. Insgesamt alles wirklich hübsch, aber zum Wohnen wären mir die Hotels hier zu weit weg von allem - für einen reinen Badeurlaub sind sie aber sicher bestens geeignet.

Zuletzt sind wir noch kurz zur "Rancho Cala Mesquida", wo Nina ihre erste Bekanntschaft mit Pferden gemacht hat. Ein kleines Fohlen hat sie gleich wiehernd begrüßt und ihr an den Haaren geknabbert, was Nina total lustig fand! ;-)




6. Tag: Playa de Muro

Da wir heute einen ruhigen Tag machen wollten (d.h. ohne Autofahren) sind wir nach Ninas Mittagsschläfchen wieder zu dem Strandabschnitt gelaufen, an dem wir am ersten Tag schon waren. Nina wollte ständig ins Meer, war aber aufgrund der hohen Wellen schnell klatschnass und da es heute ziemlich kühl war - zumindest kam es uns aufgrund des stetigen Windes so vor - haben wir sie lieber frisch gewickelt und umgezogen und sind ins Hotel zurück. Einen Schnupfen brauchen wir im Urlaub nun wirklich nicht.

Im Hotel wollte Christian unbedingt mit Nina in den Pool, aber auch hierzu war es eindeutig zu frisch, vor allem auch, weil das Wasser leider nicht beheizt war - auch im Kinderpool nicht. Vielleicht bin ich aber auch nur eine Frostbeule, denn alle anderen lagen in Badesachen auf den Liegen, während ich in voller Montur da gesessen und immer noch gefroren habe. Christian ist schließlich in die Sauna gegangen, während ich mich derweil von Nina hab durch die Gegend zerren lassen.

Da es noch recht früh am Tag war, sind wir nochmal mit dem Kinderwagen los und bis Playa de Muro gelaufen, wo wir uns ein wenig umgesehen haben. Hier reiht sich ein Hotel ans nächste und es gibt zig Restaurants und Supermärkte. Unser Örtchen gefällt uns da eindeutig besser, da es deutlich ruhiger ist, aber dennoch alles bietet, was man benötigt.




7. Tag: Safaripark "Reserva Africana" bei Sa Coma

Heute haben wir nach einem langen Mittagsschläfchen eine "Safari" gemacht. Und zwar gibt es bei Sa Coma den recht interessant gestalteten Safaripark "Reserva Africana", durch den ein etwa 5 km langer Rundweg führt, der mit dem eigenen Auto, dort angebotenen speziellen Bussen oder einer Art Zug befahren werden kann.


Wir haben uns für letztere Variante entschieden und Nina war hellauf begeistert! Erstens von dem ratternden Fortbewegungsmittel und zweitens natürlich auch von den vielen Tieren wie Antilopen, Zebras, Paviane, Nilpferde sowie einem Nashorn und einer Giraffe. In einem fort hat Nina "tete, tete" gerufen - das ist ihr Wort für "Tier" und kommt von unserem Kater namens Teo - und war ganz aus dem Häuschen! ;-)

An den Rundweg anschließend befindet sich noch ein kleiner Zoo, den wir nach etwa einer halben Stunde Fahrt erreicht haben. Hier hatten wir die Wahl, uns entweder eine Zaubershow (was hatte die hier zu suchen - wir fanden's irgendwie unpassend) oder eben den Zoo anzusehen. Da wir den nächsten Zug zurück verpasst hatten, haben wir die Zeit bis zur nächsten Abfahrt auf dem Spielplatz sowie im Streichelzoo, wo es Ziegen und Gänse gab, verbracht.

  Safari im 'Reserva Africana'

Auf der Rückfahrt zum Hotel haben wir noch einen längeren Einkaufsstop in einem großen Supermarkt in Sa Coma gemacht, wo wir auch bei unserem ersten Urlaub auf Mallorca vor sieben Jahren immer einkaufen waren.




8. Tag: Fornalutx - Playa de Muro

Hm, der heutige Tag war irgendwie nicht so gelungen. Nach dem Frühstück sind wir nach Fornalutx gefahren, weil ich im Reisefüher gelesen hatte, dass es sich hierbei um eines der schönsten Bergdörfer der Insel handeln sollte. Die Hinfahrt durch die Berge hat gut eineinhalb Stunden gedauert und wir waren froh, dass Nina beinahe die gesamte Zeit geschlafen hat, denn irgendwann wurde selbst mir auf der recht eintönigen Strecke langweilig, was mir beim Autofahren sonst eigentlich nie passiert.


Fornalutx

 

Endlich in Fornalutx angekommen, haben wir uns hier ein wenig umgesehen, waren aber bald der Meinung, dass der Ort sicher ganz nett ist, aber ihm definitiv das "gewisse Etwas" fehlte. Außerdem waren die Gassen teilweise so steil und oft stufig, dass wir mit dem Kinderwagen nur schwer vorangekommen sind. So sind wir auch nicht lange geblieben sondern via St. Maria zurück zu "unserem" Strand gefahren.

Dummerweise war es mittlerweile wieder so windig, dass wir uns auch hier nicht lange aufgehalten haben. Echt doof, denn am Vormittag war es ausnahmsweise mal windstill und den gesamten Tag sehr warm, so dass wir am besten gleich nach dem Frühstück an den Strand gegangen wären. Aber was soll's, hinterher ist man immer schlauer.


Nach dem Abendessen haben wir einen Spaziergang durch das nahe liegende Villenviertel direkt am Meer gemacht. Viele Katzen waren hier unterwegs sowie ein kleiner Hund, der uns eine ganze Weile hinterher gelaufen ist. Leider hat Nina von dem ganzen Viehzeug nichts mitbekommen, da sie die gesamte Zeit in ihrem Kinderwagen geschlafen hat! ;-)




9. Tag: Markt in Sineu - Cala Mesquida

Nur mit einer kurzen Unterbrechung um 5 Uhr morgens haben wir heute bis um 9 Uhr geschlafen, wow - so lange haben Christian und ich seit Ninas Geburt nicht mehr schlafen dürfen! ;-) Blöd war nur, dass wir ausgerechnet heute zum Markt nach Sineu fahren wollten und Märkte finden bekanntlich immer früh morgens statt. Aber was soll's, wir haben schließlich Urlaub und das Ausschlafen hat uns allen gut getan. So haben wir uns aber beim Frühstück nicht all zu viel Zeit gelassen und sind gleich danach nach Sineu gefahren, einer Stadt im geografischen Zentrum der Insel, wo wir knapp 40 Minuten später angekommen sind.


Der Markt war zum Glück noch in vollem Gange und wirklich schön. Schon nach kürzester Zeit hatten wir ein paar Kleinigkeiten erstanden, z.B. einen Wollpulli und ein Spielzeug für Nina sowie sehr gut riechende Seife für meine Mutter. Vom Viehmarkt - dem einzigen auf Mallorca - am Placa es Fossar war ich etwas enttäuscht, vielleicht waren wir aber auch einfach nur zu spät dran, denn es waren nur noch ein paar Hühner und Tauben sowie zwei Hunde zu sehen, die mir ziemlich leid getan haben ...

Ansonsten gab es auf dem Markt wirklich so ziemlich alles zu kaufen - neue und gebrauchte Kleidung, Haushaltswaren, Kunsthandwerk aller Art und - vor allem rund um den Platz vor der Kirche jede Menge frisches Obst und Gemüse, aber auch Wurst und Käse sowie Fisch und Säcke voller Schnecken.

Im Anschluss an den Marktbesuch sind wir nochmal zur Cala Mesquida gefahren, wo es uns vor ein paar Tagen so gut gefallen hatte. Leider hatte es sich mittlerweile zugezogen und der Strand war aufgrund der hohen Wellen sowie der starken Strömung sogar mit einem Absperrband gesichert. Auch im Bereich der Dünen, wo wir auf ein windstilles Fleckchen gehofft hatten, war es nicht wirklich gemütlich. Also haben wir nur die zuvor auf dem Markt gekauften Kirschen und Erdbeeren gefuttert und ich ein paar Postkarten geschrieben, dann sind wir auch schon wieder "heim" gefahren.

  Gemüsestand auf dem Markt in Sineu



10. Tag: Alcudia - Playa de Formentor - Mirador es Colomer

Und nun war er da, der letzte Urlaubstag, den wir aber noch einmal ausgiebig nutzen wollten. So sind wir am Vormittag nach Alcudia gefahren, wo wir eine ganze Weile durch die hervorragend erhaltene Altstadt gebummelt sind. Diese liegt versteckt hinter stabilen Verteidigungsmauern und bietet zig Fotomotive - hübsche Läden, Renaissancepaläste sowie schmale, schattige Gassen.


Alcudia

 

Alcudia

  Alcudia

Ein paar Infos zur Geschichte von Alcudia: Vandalen plünderten die alte römische Hauptstadt Pollentia, die Mauren bauten die Stadt al-kudia ("kleiner Hügel") wieder auf. Die Spanier errichteten die mittelalterlichen Schutzwälle. Die Innere ist etwa 700 Jahre alt, die Äußere stammt aus dem 17. Jahrhundert. Von den acht Bastionen der äußeren Befestigungsanlage stehen nur noch Sant Ferran mit der Stierkampfarena und einige Mauerabschnitte im Westen.

Den Nachmittag wollten wir endlich mal an einem Strand verbringen, an dem man nicht vom Wind davon geblasen wird und haben uns nach einem Blick auf die Karte für die Playa de Formentor auf der gleichnamigen Halbinsel entschieden. Die Anfahrt dauert zwar ein wenig, aber der Strand ist wirklich schön - feiner Sand und glasklares Wasser! Nur unser Töchterchen hatte diesmal überhaupt keine Augen für das Meer sondern ist unermüdlich in den Felsen herum geklettert, die sich am südlichen Ende des Strandes befinden.


Playa de Formentor


Wo wir nun sowieso schon auf der Halbinsel Formentor waren, sind wir auf dem Rückweg noch zum Mirador es Colomer gefahren. Mehrere aneinander gereihte Aussichtsterrassen, die mit Treppen verbunden sind, ermöglichen hier einen atemberaubenden Blick über die wildzerklüftete Felsenküste.

Alles in allem ein sehr schöner Abschluss unseres Urlaub, der uns allen sehr gut getan hat und den wir rundum genossen haben! Am nächsten Tag würden wir nicht lange nach dem Frühstück zum Flughafen fahren müssen, denn wir mussten gegen 12 Uhr dort sein, da unsere Maschine nach München bereits um 14:15 Uhr fliegen sollte.




:: FAZIT ::

Wir haben zehn wirklich sehr schöne Tage auf Mallorca verbracht und kurz vor dem Urlaubsende sogar ernsthaft überlegt, um zwei oder drei Tage zu verlängern. Nur die Tatsache, dass Nina sich erkältet und wir ihr in einer Nacht sogar ein Cortison-Zäpfchen geben mussten, weil sie einen Pseudokrupp-Anfall hatte, hat uns davon abgehalten. Ich glaube, Mallorca ist für einen (ersten) Familienurlaub einfach perfekt geeignet, da man keine langen Flugzeiten und keine Zeitumstellung auf sich nehmen muss. Das Klima ist sehr angenehm und es ist auf der Insel wirklich für jeden Geschmack etwas geboten. Wir haben uns jedenfalls alle drei rundum wohl gefühlt und auch unser Hotel kann ich für Familien mit kleinen Kindern nur wärmstens empfehlen!




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 © 2010 by Heike Eckardt